Seckendorff (Adelsgeschlecht)

fränkisches Adelsgeschlecht Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Seckendorff (Adelsgeschlecht)

Seckendorff (auch: Seckendorf) ist der Name eines alten fränkischen Adelsgeschlechts.

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Wappen derer von Seckendorff

Geschichte

Zusammenfassung
Kontext
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Burgkapelle Seckendorf

Das Geschlecht führt seinen Namen nach dem Ort Seckendorf bei Cadolzburg in Mittelfranken. Die Burg Seckendorf wurde 1154 erstmals erwähnt und befand sich vermutlich schon damals im Besitz der nach ihr benannten Familie. Es ist nicht bekannt, ob die Familie anfänglich edelfrei war oder in einem Lehnsverhältnis stand, etwa zu den um 1200 ausgestorbenen Grafen von Abenberg, welche die Herrschaft Cadolzburg besaßen.[1] Denn die Seckendorffer wurden als Familie erst mit Heinrich von Seckendorff am 1. Mai 1254[2] bzw. mit den Brüdern Arnold, Burkhard und Ludwig von Seckendorff am 16. Oktober 1259[3] urkundlich erstmals erwähnt. Von der abgegangenen Stammburg existiert heute nur noch die Burgkapelle Seckendorf.

Die Herrschaft Obernzenn unweit von Bad Windsheim in Mittelfranken befand sich vermutlich ebenfalls bereits im 12. Jahrhundert im Besitz der Familie von Seckendorff, die dort bis heute ansässig ist. Obernzenn war eine reichsritterliche Herrschaft mit einer Fläche von etwa 40 Quadratkilometern; sie gehörte zum Ritterkanton Altmühl des Fränkischen Ritterkreises. Andere Besitzungen der Familie gehörten zum Ritterkanton Steigerwald. Das Geschlecht gehörte somit der Reichsritterschaft an.[4] Ein „Schloss zu Niedernzenn“ wurde erstmals 1445 erwähnt; das Schloss Unternzenn befindet sich seither ebenfalls bis heute im Besitz der Freiherren von Seckendorff. Die Familie übte die Hohe Gerichtsbarkeit aus.

Aberdar von Seckendorf zu Zenn war um 1312 der Stammvater der sogenannten Aberdar-Linie. Sein Bruder Gutend, Vizedominus des Burggrafen von Nürnberg, begründete die nach ihm benannte Gutend-Linie.[5]

Ein Herr Burckart von Seggendorf tritt urkundlich am 24. Januar 1342 in Erscheinung, als die Grafen Ludwig und Fridrich zu Oettingen, Landgrafen im Elsass, diesem die „Theidigung“ (Beteiligung?) welche er an Gütern in der „Brunst“ mit Herr Brun von der Lephenburg vereinbart hatte, bestätigten.[6]

Ein Seckendorff wurde von den Burggrafen von Nürnberg als Amtmann von Hohenberg eingesetzt. Mitglieder der Linie Hoheneck hatten bis 1328 das Truchsessamt und Mitglieder der Linie Nold zwischen 1412 und 1659 das Schenkenamt des Burggrafentums Nürnberg inne.

Von insgesamt 13 Linien (Abenberg, Aberdar, Egersdorf, Gutend, Hörauf, Hoheneck, Jochsberg, Nold/Nolt († 1659), Obersteinbach, Pfaff, Rinhofen I, Rinhofen II, Rinhofen III) der Familie gibt es heute nur noch drei (Aberdar, Gutend und Rinhofen III).

Standeserhöhungen

Besitzungen (Auszug)

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Blaues und Rotes Schloss Obernzenn
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Schloss Unternzenn
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Schloss Unteraltenbernheim

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Lindenzweig in Form einer 8 mit vier untereinander stehenden gestielten roten Blättern an jeder Seite. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein hermelin-gestulpter roter Turnierhut, besteckt mit sieben schwarzen Hahnenfedern.

Historische Wappenbilder

Bekannte Familienmitglieder

Siehe auch

Literatur

Commons: Seckendorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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