Herschelschule in der Tellkampfstraße
ehemalige Schule in Hannover Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Herschelschule in der Tellkampfstraße von Hannover,[1] zunächst Städtische Realschule II zu Hannover genannt,[2] ab 1925 auch Städtische Oberschule für Jungen Hannover und ab 1927[3] Städtische Herschelschule zu Hannover sowie mit Namensvarianten benannt,[4] war eine im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, in der späten Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs errichtete[1] Bildungseinrichtung. Standort der späteren Oberrealschule in dem schlicht als Herschelschule bezeichneten[5] Schulgebäude war die Tellkampfstraße 7[6] im hannoverschen Stadtteil Oststadt.[7]
Geschichte
Zusammenfassung
Kontext
Die aus der Realschule III,[6] der späteren Lutherschule[8] hervorgegangene, anfangs dann Städtische lutherische Realschule II genannte Schule wurde am 17. April 1890 gegründet[6] und stand nur männlichen Schülern offen.[4]
1894 bezogen die Schüler einen Neubau in der Tellkampfstraße[1] 7.[6] Über das von Paul Rowald errichtete Schulgebäude berichtete bald darauf die Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hannover.[9]
1914 besuchten 391 Schüler die seinerzeitige Realschule, die auf 12 Klassen aufgeteilt waren. Zusätzlich waren 252 Schüler zudem auf sechs Vorschulklassen verteilt.[6] Im Jahr 1914 musste für einheimische Schüler ein Schulgeld von 140 Mark (umgerechnet heute etwa 920 Euro) aufgebracht werden; für außerhalb Hannovers wohnende Kinder mussten die Eltern sogar bis zu 220 Mark entrichten.[6]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde am 5. Dezember 1920 im Obergeschoss der Schule ein „Gedächtnisfenster“ zu Ehren der Gefallenen eingeweiht.[10]
Zur Zeit der Weimarer Republik gaben Schüler der Herschel-Schule in den Jahren von 1928 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten eine Schülerzeitschrift heraus unter dem Titel Das Teleskop.[4]
Im Zweiten Weltkrieg verzeichnete das Auswärtige Amt von Großbritannien die in der „Tellkampfstr. 7“ gelegene Herschel-Schule noch 1944 in ihrer Schrift Germany Zone Handbook.[11] Das Schulgebäude in der Tellkampfstraße 7 wurde im Zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass es aufgegeben wurde.[12]
Nach dem Einmarsch der Alliierten wurde die Herschelschule im Herbst 1945 mit der damaligen Leibnizschule zur Vereinigten Leibniz- und Herschelschule vereinigt. Der Unterricht wurde zunächst im Gebäude der Sophienschule im Zooviertel wieder aufgenommen. Im Herbst 1947 wurde der Schulname zu Leibnizschule verkürzt.[3]
Den Namen Herschelschule Hannover trägt seit 1960 ein neues Gymnasium in Hannover-Vahrenheide.
Persönlichkeiten
Lehrer
- 1902–1907: Ernst Karl Smalian (1860–1940), „Lehrer an der Herschelschule in Hannover“[13]
Schriften (Auswahl)
- Städtische Realschule II zu Hannover. Inhalt: Schulnachrichten über das Schuljahr 1892/93 vom Direktor Dr. Rosenthal (= Progr.-Nr. 345), Hannover: Druck von Wilhelm Riemschneider, 1893; Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
- Das Telescop. Schüler-Zeitung der Herschel-Schule Hannover, Jahrgänge 1928 bis 1933[4]
Literatur
- Die städtische Realschule III an der Tellkampfstraße zu Hannover. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hannover, 1894, S. 317
Archivalien
Zusammenfassung
Kontext
Archivalien von und über die Herschelschule in der Tellkampfstraße finden sich beispielsweise
- in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF)
- unter dem Eintrag Herschel-Schule (Hannover)[14]
- als Urheber-Akte unter dem Titel Gutachterstelle des BIL – Personalberichte höherer Schulen – Hannover, Archivsignatur GUT PERS 824[15]
- als biographische Notizen zum Lehrer Hubert Wösler[16]
Einzelnachweise
Wikiwand - on
Seamless Wikipedia browsing. On steroids.