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Haus der Geschichte
Museum in Deutschland Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an der Museumsmeile in Bonn ist ein Museum zur deutschen Zeitgeschichte seit 1945. Mit 850.000 Besuchern jährlich ist es eines der meistbesuchten Museen in Deutschland.[1] Ebenso wie das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße[2] und das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin ist das Haus Teil der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Sitz der Stiftung ist in Bonn. Der Eintritt ist frei.
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Umfang


Das Museum zeigt in seiner Dauerausstellung die deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart und setzt in zahlreichen Wechsel- und Wanderausstellungen zusätzliche Akzente. Nach der baulichen Revitalisierung des Kanzlerbungalows zwischen der Villa Hammerschmidt und dem Palais Schaumburg unweit des Museums wird das frühere Atrium-Wohngebäude verschiedener Bundeskanzler seit April 2009 durch die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland betreut, die in dem Bungalow ebenfalls eine Dauerausstellung einrichtete, die über die Geschichte des Gebäudes informiert. Das Haus der Geschichte organisiert Gruppenführungen und Begleitungen durch den Kanzlerbungalow, den früheren Sitz des Bundesrates und das Palais Schaumburg (wegen Sanierungsarbeiten seit 2013 bis etwa 2022 geschlossen), das Besucher zurzeit virtuell besuchen können.[3]
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Geschichte
Bundeskanzler Helmut Kohl forderte direkt nach seinem Amtsantritt in seiner Regierungserklärung vom 13. Oktober 1982, „daß möglichst bald in der Bundeshauptstadt Bonn eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945 entsteht, gewidmet der Geschichte unseres Staates und der geteilten Nation.“[4] Im darauf folgenden Jahr konkretisierte er seine Vorstellungen in einer weiteren Regierungserklärung. 1986 begann die Umsetzung dieses Auftrages in Bonn mit dem Aufbau einer historischen Sammlung, der Planung einer Dauerausstellung und dem Bau des Museumsgebäudes. Der Deutsche Bundestag beschloss 1990 das Gesetz zur Errichtung einer selbständigen Stiftung öffentlichen Rechts. Das Museum wurde am 14. Juni 1994 von Helmut Kohl eröffnet. Erster Präsident der Stiftung war fast 20 Jahre lang Hermann Schäfer, von Juni 2007 bis Dezember 2021 führte Hans Walter Hütter die Geschäfte der Stiftung. Seit Januar 2022 ist Harald Biermann Präsident der Stiftung.
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Bau
Zusammenfassung
Kontext
Das Museumsgebäude wurde 1985 von dem Architektenehepaar Ingeborg und Hartmut Rüdiger aus Braunschweig im Rahmen eines zweistufigen, offenen und bundesweiten Architekturwettbewerbs des Bundes entworfen, nach dessen erster Stufe die sechs erstplatzierten Teilnehmer 1986 zu einer Überarbeitung ihrer Entwürfe gebeten wurden.[5] Im November 1986 erhielt schließlich das Büro Rüdiger & Rüdiger den Bauauftrag. Auf dem Baugrundstück befanden sich zuvor das Ausflugslokal Rheinlust und ein Autohaus.[6] Die Bauarbeiten begannen mit dem ersten Spatenstich am 21. September 1989, der Rohbau mit Montage der Baukräne im April 1990. Am 27. Juni 1991 wurde Richtfest gefeiert und der Neubau schließlich ein Jahr vor der Eröffnung des Museums im Juni 1993 fertiggestellt.[7] Die Baukosten betrugen 115 Millionen DM zuzüglich 15 Millionen DM für die Inneneinrichtung.[8] Der Museumsbau hat eine Gesamtnutzfläche von rund 22.000 m². Für die Dauerausstellung stehen über 4.000 m², für Wechselausstellungen mehr als 800 m² zur Verfügung.
Von März bis November 2017 wurde das aufgrund eines Konstruktionsmangels seit längerem undichte und zuletzt auch teilweise gerissene Glasdach erneuert.[9][10]
„Das Haus der Geschichte versteht sich als Teil des öffentlichen Raumes. Es ist als Weg konzipiert, als Gang durch die Zeitgeschichte. Dieses Konzept setzt die Architektur konsequent um. (…) Im Gegensatz zu den Kultstätten Kunstmuseum und Bundeskunsthalle (…) ist das Haus der Geschichte ein einladender Ort. Seine Architektur wirkt ungewöhnlich genug, um interessant zu sein. Sie wirkt aber wiederum nicht so fremdartig, daß sich der »Alltagsmensch« von einem Besuch abbringen ließe.“
– Ingeborg Flagge (1994)[11]
„Das Museum reflektiert transparentes Denken, demokratische Vielfalt, es öffnet sich den Besuchern. (…) [Es] vermittelt das Gefühl wagender Modernität, strenger Linienführung und Formgebung. Metall und Glas, Beton und Naturstein vereinigen sich zu harmonischer Einheit, geben dem Ganzen Spannkraft, Weite und den Anflug einer kühnen Konstruktion. Das Haus an der Adenauerallee, eingebunden in die Bonner Museumsmeile, setzt einen urbanen Akzent.“
– Oscar Schneider (1994)[12]
„Der in der Planung überzeugende Bau weist viele Mängel in der Detailbehandlung auf.“
– Andreas Denk (1997)[13]
„[E]in Bau, dessen architektonische Gestaltung vom heutigen kunsthistorischen Standpunkt aus noch nicht abschließend eingeordnet werden kann, deren charakteristische, zeittypische Merkmale sich aber gut benennen lassen.“
– Martin Bredenbeck (2011)[8]
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Lage
Das Haus der Geschichte befindet sich an der Bundesstraße 9 an der Museumsmeile in der zum Bundesviertel gehörenden Gronau, dem ehemaligen Parlaments- und Regierungsviertel. Wenige Meter südlicher liegen das Kunstmuseum Bonn und die Bundeskunsthalle, die Museen gehören ebenfalls zur Museumsmeile. Diese Museen teilen sich die unterhalb des Hauses der Geschichte gelegene U-Bahn-Haltestelle Heussallee/Museumsmeile an den Strecken Bonn–Bad Godesberg und zur Südbrücke Richtung Königswinter, von wo es einen direkten Zugang ins Kellergeschoss des Museums gibt.
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Dauerausstellung
Zusammenfassung
Kontext
Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte präsentiert die Vergangenheit Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Auf 4000 m² veranschaulichen mehr als 7000 Ausstellungsstücke und 160 Medienstationen deutsche Zeitgeschichte im internationalen Kontext. Der Ausstellungsrundgang ist chronologisch aufgebaut und umfasst gesamtdeutsche Themen ebenso wie die Geschichte der geteilten Nation.
Das Museum legt Wert auf Besucherorientierung sowie auf eine lebendige Darstellung der historischen Ereignisse. Unter dem Leitspruch „Geschichte erleben“ besteht das Konzept darin, historische Objekte „in Szene zu setzen“ und damit für die Besucher zum Leben zu erwecken. Dies geschieht auch unter Verwendung historischer Film- und Tondokumente. Während die politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der DDR den roten Faden der Dauerausstellung bildet, ermöglicht die Darstellung von Alltags- und Kulturgeschichte den Besuchern die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und fördert zudem den Dialog zwischen den Generationen. Neben den Ausstellungen finden im Haus der Geschichte in Bonn zahlreiche wissenschaftliche Tagungen und Veranstaltungen statt.
- Informationszentrum
Ein Informationszentrum mit einer Präsenzbibliothek inklusive einer umfangreichen Mediathek ermöglicht die individuelle Vertiefung von historischen Themen. Die ehemalige Bibliothek des Gesamtdeutschen Instituts (Bibliothek zur Geschichte der DDR) gehört seit dem 1. Januar 1994 zum Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und ist in das Informationszentrum integriert. Mit einem über 50 Jahre laufend ergänzten Bestand von mehr als 180.000 Bänden ist sie eine der führenden Sammlungen zur Geschichte der DDR und der innerdeutschen Beziehungen.
- Neugestaltung
Im Juli 2001 wurde die erste Neugestaltung der Dauerausstellung fertiggestellt, die einen Schwerpunkt auf die Thematisierung der Wiedervereinigung legte. Nach Vorplanungen ab Herbst 2007 und der Umbauphase ab Oktober 2010 erfolgte am 23. Mai 2011 die Eröffnung der zweiten Neugestaltung der Dauerausstellung im Haus der Geschichte. In ihr nehmen der Kalte Krieg und der Mauerbau einen größeren Platz ein als zuvor. Bei dieser Überarbeitung ist deutlich über die Hälfte der 4.000 m² großen Fläche neu gestaltet worden, auch die U-Bahn-Galerie im Untergeschoss.[14] Die abermals erneuerte aktualisierte Dauerausstellung wurde am 11. Dezember 2017 durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wiedereröffnet.[15][16][17]
Seit dem 15. September 2024 ist die Dauerausstellung „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ geschlossen. Sie wird für 25 Millionen Euro neugestaltet und soll Ende 2025 wiedereröffnen.[18]
Während der Schließzeit zeigt das Museum die Wechselausstellung „Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus“ und bietet Rundgänge durch das Depot an.[19]
- Bilder aus der Dauerausstellung
- Zwei Image-Orthikon Fernsehkameras, 1956
- Adenauers Mercedes 300, Dienstwagen
- Gestühl aus dem ersten Plenarsaal
- Die Berliner Mauer
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Organisation
Zusammenfassung
Kontext
Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird getragen und finanziert von der Bundesrepublik Deutschland. Die vier Stiftungsorgane sind das Kuratorium, der Wissenschaftliche Beirat, der Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen und der Präsident.
Das Kuratorium entscheidet als Aufsicht führendes Gremium über den Haushalt und die Grundzüge der Programmgestaltung sowie über Personalentscheidungen von wesentlicher Bedeutung. Es setzt sich drittelparitätisch aus Vertretern der Fraktionen des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung und Repräsentanten aller Bundesländer zusammen. Die Beteiligung der Länder trägt ihrer Kulturhoheit Rechnung. Vorsitzender des Kuratoriums ist Andreas Görgen, Ministerialdirektor bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[20]
Der Wissenschaftliche Beirat (Vorsitzender Joachim Scholtyseck) berät das Kuratorium und den Präsidenten der Stiftung im Rahmen des gesetzlichen Auftrags vor allem bei der konzeptionellen Vorbereitung der Wechselausstellungen und der inhaltlichen Arbeit an der Dauerausstellung. Der Wissenschaftliche Beirat, dem Historiker, Politikwissenschaftler, Juristen und Museumsfachleute angehören, ist ein wichtiger Garant für die Unabhängigkeit der Stiftung von politischer Einflussnahme.
Der Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen (Vorsitzende Regine Möbius) versteht sich als Interessenvertretung der Besucher. Eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Kräfte, darunter die großen Religionsgemeinschaften, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Vertreter des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, des Zentralrats der Muslime, des Deutschen Frauenrats, des Deutschen Kulturrats, des Deutschen Sportbundes, des Bundes der Vertriebenen, des Deutschen Bundesjugendrings und der kommunalen Spitzenverbände, bündeln ihre Interessen innerhalb des Arbeitskreises, der sowohl das Kuratorium als auch den Stiftungspräsidenten berät.
Der Präsident der Stiftung, Harald Biermann, führt die Geschäfte der Stiftung und entscheidet in allen Angelegenheiten, sofern dafür nicht das Kuratorium zuständig ist.
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Wechsel- und Wanderausstellungen
Zusammenfassung
Kontext
Das Haus der Geschichte präsentiert zahlreiche Wechselausstellungen zu historisch relevanten, oftmals lebensweltlichen Themen in seiner Wechselausstellungshalle (große Ausstellungen) und im Foyer des Hauses (kleine Ausstellungen). Die Wechselausstellungen werden in Bonn und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig gezeigt. Einige der Ausstellungen werden von Beginn an als Wanderausstellungen konzipiert bzw. nachträglich modifiziert und an interessierte Institutionen weitergegeben.
Zahlreiche Wechselausstellungen entwickelten sich zum Besuchermagneten mit mehr als 200.000 Besuchen in Bonn. Besondere Anerkennung erfuhr das Haus der Geschichte für seine Wechselausstellung Flucht, Vertreibung, Integration (2005/2006), die sich mit der Flucht und Vertreibung von Deutschen infolge des Zweiten Weltkrieges sowie ihrer anschließenden Integration in der Bundesrepublik und der DDR auseinandersetzte. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuten sich die Ausstellungen Bilder, die lügen (1998/1999) sowie Bilder und Macht im 20. Jahrhundert (2004) oder die Musikschauen Elvis in Deutschland (2004/2005) und Rock! Jugend und Musik in Deutschland (2006). Zuletzt zählten The American Way. Die USA in Deutschland (2013/14) und Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos (2017/18) zu den erfolgreichsten Ausstellungen des Hauses.
Seit 2001 zeigt das Haus der Geschichte und seit 2002 auch das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig jährlich die Ausstellung Rückblende, die Sieger des Wettbewerbs für das beste politische Foto und die beste Karikatur.
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LeMO – Lebendiges Museum Online
Das Lebendige Museum Online (LeMO) ist das Online-Portal zur deutschen Geschichte. Es wird betrieben vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Deutschen Historischen Museum in Kooperation mit dem Bundesarchiv. LeMO umfasst die Zeit vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das Online-Portal bietet Informationen und Materialien zur deutschen Geschichte in Form von Objektabbildungen, Zeitzeugen-Berichten, Überblicks- und Vertiefungstexten, sowie eine Vielzahl originaler Foto- und Filmdokumente. Hinzu kommen Biografien zu Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und anderen besonderen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Die Jahreschroniken ermöglichen eine schnelle Übersicht über jedes Jahr seit 1815. In der Kategorie „LeMO Lernen“ werden didaktische Materialien zur Verfügung gestellt, die in der Schule oder als Vor- und Nachbereitung eines Museumsbesuchs genutzt werden können.
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Zeitzeugenportal
Seit Juli 2017 können auf der Online-Plattform Zeitzeugenportal[21] rund 8.000 Videoclips mit Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen abgerufen werden. Ein Großteil der aktuellen Zeitzeugenberichte stammt aus dem Projekt „Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e. V.“, dessen Bestand an die Stiftung übertragen wurde. Das Zeitzeugenportal wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, initiiert. Ziel des Projekts ist es, bestehende Zeitzeugeninterviews zu sichern, online verfügbar zu machen, um neue Perspektiven zu erweitern und so die Erinnerung für künftige Generationen zu bewahren.
Weitere Online-Projekte
Zusammenfassung
Kontext
Die 2017 gegründete Abteilung „Digitale Dienste“ der Stiftung betreibt neben LeMO und dem Zeitzeugenportal weitere Online-Projekte. Einige sind abgeschlossene Projekte, wie die Seite „Beobachtungen. Der Parlamentarische Rat 1948/1949“, die mit Fotografien von Erna Wagner-Hehmke die Beratungen des Parlamentarischen Rates über das Grundgesetz dokumentiert. Ebenfalls als abgeschlossenes Projekt gilt „Orte der Repression“. Dieses Internetportal gibt einen Überblick über historische Orte, Gedenkstätten und Museen, die an die Opfer der Repressionen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR erinnern. Das nach LeMO älteste Online-Projekt der Stiftung ist das Karikaturen-Portal „Geteilt – Vereint. 50 Jahre deutsche Frage in Karikaturen des Hauses der Geschichte“, das sich noch im originalen Webdesign von 1999 online befindet.
Ständig erweitert und auf dem aktuellsten Stand gehalten werden die Online-Portale „Weg der Demokratie“, das für die Demokratie in der Bundesrepublik wichtige Orte in Bonn vorstellt und Routen vorschlägt, sowie das 2021 an den Start gegangene Projekt Landshut77.de, das die Geschichte der Entführung und Befreiung des Passagier-Flugzeugs „Landshut“ multimedial aus der Sicht von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählt. Die Stiftung Haus der Geschichte betreibt außerdem seit 2020 den Podcast „Zeitgeschichte(n) – Der Museumspodcast“.[22]
„Orte der Einheit“ ist eine interaktive Webseite, die die Geschichte der friedlichen Revolution und Wiedervereinigung Deutschlands in Berlin audio-visuell erfahrbar macht. Die Website ist für die mobile Nutzung unterwegs optimiert. An 30 historischen Orten wird in Audiostücken von der friedlichen Revolution, der politischen Annäherung und den bis heute andauernden Transformationsprozessen erzählt. Ergänzt werden diese Geschichten durch persönliche Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Fotografien und Objekten aus der Museumssammlung. Die Webseite ist seit September 2022 online.[23]
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Auszeichnungen
Zusammenfassung
Kontext
Seit seiner Eröffnung wurde das Haus der Geschichte vielfach für seine Arbeit ausgezeichnet.[24] Deutlichstes Urteil für die Qualität des Museums war die Empfehlung 1283 des Europarates aus dem Jahre 1996, überall in Europa nationale Geschichtsmuseen nach dem Vorbild des Hauses der Geschichte in Bonn zu errichten.[25]
- Das Zeitzeugenportal der Stiftung Haus der Geschichte wurde 2018 mit dem „Red Dot: Best of the Best“ ausgezeichnet. Damit gehört das Projekt in diesem Wettbewerb zu den Besten im Kommunikationsdesign.[26] Daneben erhielt das Portal bereits den Annual Media Award, den iF Design Award und den German Brand Award.
- 2012 erhielt die Stiftung das „Zertifikat für Exzellenz“ von Tripadvisor.
- Für den Relaunch des Online-Portals Lebendiges Museum Online (LeMO) wurde die Stiftung Haus der Geschichte 2014 im Rahmen des internationalen Wettbewerbs Corporate Media mit dem Master of Excellence prämiert. Zudem erhielt sie dort den Sonderpreis Master of Communication Europe für wiederholte Auszeichnungen von Online-Projekten der Stiftung.
- Für das Internetportal Orte der Repression in SBZ und DDR erhielt das Haus der Geschichte im Rahmen des internationalen Wettbewerbs Corporate Media 2011 den Preis Master of Excellence.
- 2002 wurde der 360°-Video-Rundgang Erlebnis Geschichte. Unterwegs im Museum für Zeitgeschichte und im Jahre 2000 das Internet-Projekt Lebendiges Museum Online (LeMO) mit dem Master of Excellence in der Kategorie New-media-gestützte Kommunikationskonzepte durch die Corporate Media ausgezeichnet.[24]
- 1995 den Museumspreis des Europarates
Römischer Keller
Bei Beginn der Bauarbeiten für das Haus der Geschichte im Jahr 1989 stießen Archäologen auf einen gut erhaltenen römischen Keller aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Es wurden zahlreiche Funde aus dem römischen Bonn sichergestellt. Möglicherweise handelt es sich um den Vorratskeller einer Taverne oder Garküche, die zu der zivilen Siedlung, dem „vicus Bonnensis“, gehörte.
Zwischen dem 1. und dem 3. Jahrhundert erstreckte sich auf dem Gebiet des ehemaligen Regierungsviertels in Bonn eine römische Siedlung. Während der Bauarbeiten am World Conference Center Bonn wurden 2006 Teile weiterer Gebäude entdeckt, darunter eine Thermenanlage und ein gallo-römischer Umgangstempel. Diese Funde verliehen auch dem römischen Keller im Haus der Geschichte neue Bedeutung: Sie stammen nicht nur von einer kleinen Handwerkersiedlung; vielmehr zeigen sie erste städtische Strukturen auf.
Der römische Keller ist in den Museumsbau integriert und soll das antike Fundament, auf dem auch die europäische Geschichte in vielen Dingen bis heute fußt, verdeutlichen.
- Keller eines römischen Hauses
- Römischer Webstuhl
- Trunkener Satyr
Philatelistisches
Mit dem Erstausgabetag 6. Juni 2019 gab die Deutsche Post AG zum 25-jährigen Bestehen des Hauses der Geschichte ein Postwertzeichen im Nennwert von 260 Eurocent heraus. Der Entwurf stammt vom Grafiker Stefan Guzy aus Berlin.[27]
Filme
- Museumsmeile Bonn: Kunstmuseum und Haus der Geschichte (= Museums-Check. Folge 35). Reportage, 30 Min., Moderation: Markus Brock, Produktion: 3sat. Erstausstrahlung: 22. November 2015.[28]
Siehe auch
Veröffentlichungen (Auswahl)
Zusammenfassung
Kontext
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945, Kerber Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-86678-763-6.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig (Hrsg.): Demokratie jetzt oder nie! Diktatur-Widerstand-Alltag. 2., umfassend überarbeitete und aktualisierte Auflage. Leipzig 2008, ISBN 978-3-361-00644-7.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Bericht 2015–2016. Bonn 2016.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland (= Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung), Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, Mainz 2014, ISBN 978-3-943904-92-5.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Unter Druck! Medien und Politik (= Begleitbuch zu gleichnamigen Ausstellung), Kerber Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-7356-0045-5.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Deutsche Mythen seit 1945 (= Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung), Kerber Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-7356-0274-9.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Inszeniert. Deutsche Geschichte im Spielfilm (= Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung), Kerber Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-7356-0273-2.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos. (= Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung), Sandstein Verlag, Dresden 2017, ISBN 978-3-95498-298-1.
Beispiele aus der Publikationsreihe Zeitgeschichte(n), in der Exponate und Ausstellungen der Stiftung vorgestellt werden:
- Das Bundeskanzleramt in Berlin. An einem Ort mit Geschichte, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2017.
- Alltag in der DDR. Museum in der Kulturbrauerei, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2017.
- Tränenpalast. Ort der deutschen Teilung, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2015. 2017 auch in englischer Fassung erschienen.
- Römischer Keller. Neue Funde-neue Fragen, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2015.
- Palais Schaumburg, Von der Villa zum Kanzlersitz, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2013.
- Salonwagen 10205. Von der Schiene ins Museum, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, 4. Auflage, Bonn 2007.
- Vespa & Co. Motorroller im Haus der Geschichte, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2004.
- VW Käfer…und läuft und läuft und läuft, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2005.
- Adenauer 300. Geschichte eines Dienstwagens, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, 2. überarbeitete Auflage, Bonn 2003.
Literatur
Zusammenfassung
Kontext
(chronologisch geordnet)
- Ulrich Löber: Haus der Geschichte in Bonn. In: Museumskunde 49, Heft 3 (1984), S. 189–196.
- Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.): Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 1993.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Ingeborg Flagge (Hrsg.): Haus der Geschichte: die Architektur des neuen Museums für Zeitgeschichte. Lübbe, Bergisch Gladbach 1994, ISBN 978-3-7857-0756-2.
- Gerhard Schneider: Ein Zeitalter zu besichtigen! Die Nachkriegsgeschichte als Erinnerungswelt im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 46/4 (1995), S. 223–234.
- Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 87.
- Wiebke Seitz: Multiperspektivität. Die Darstellung der deutschen Wiedervereinigung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Norderstedt 2003.
- Hans Walter Hütter: Lebendiges Erinnern – Vermittlung von Zeitgeschichte als Aufgabe. In: Bernd Wagner/Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. (Hrsg.): Jahrbuch für Kulturpolitik 2009, Band 9: Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik. Bonn 2009, S. 333–339.
- Hans Walter Hütter: Erinnerungs-, Gedenk- und Geschichtspolitik des Bundes im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland. In: Ines Härtel (Hrsg.): Handbuch Föderalismus – Föderalismus als demokratische Rechtsordnung und Rechtskultur in Europa und der Welt. (= Entfaltungsbereiche des Föderalismus, Band III). Heidelberg u. a. 2012, ISBN 978-3-642-01573-1, S. 695–716.
- Martin Bredenbeck: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In: Bredenbeck, Moneke, Neubacher (Hrsg.): Bauen für die Bundeshauptstadt (=Edition Kritische Ausgabe,Band 2). Weidle Verlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-938803-41-7, S. 129–131.
- Michael Jürgs: Wer wir waren, wer wir sind. Wie Deutsche ihre Geschichte erleben. Bertelsmann Verlag, München 2015, ISBN 978-3-570-10251-0.
- Thomas Hertfelder: Eine Meistererzählung der Demokratie? Die großen Ausstellungshäuser des Bundes. In: Ders. u. a. (Hrsg.): Erinnern an Demokratie in Deutschland – Demokratiegeschichte in Museen und Erinnerungsstätten der Bundesrepublik Deutschland. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-30093-0, S. 139–178.
Weblinks
Commons: Haus der Geschichte Bonn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Offizielle Homepage der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
- Lebendiges Museum Online (LeMO) des Deutschen Historischen Museums und des Hauses der Geschichte
- Suche nach "Haus der Geschichte" im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
- Eintrag zu Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und U-Bahnstation in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland (mit Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland, 2014)
- Weg der Demokratie Webportal der Stiftung Haus der Geschichte zu den Orten der Demokratie in Bonn
- Zeitzeugenportal der Stiftung Haus der Geschichte
- Landshut77 Webportal zur Geschichte der Entführung und Befreiung des Passagier-Flugzeugs „Landshut“
- WDR (Westdeutscher Rundfunk) Zeitzeichen vom 14. Juni 2024: 14.06.1994: Kohls Lieblingsprojekt. Das "Haus der Geschichte" wird eröffnet
Einzelnachweise
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