Terpinolen

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Terpinolen

Terpinolen gehört zu der natürlich vorkommenden Gruppe der Menthadiene, das heißt Terpenen mit einem p-Menthan-Gerüst und zwei Doppelbindungen. Uneinheitlich wird das α-Terpinolen auch als δ-Terpinen bezeichnet und damit zu den isomeren Terpinenen gezählt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Terpinolen
Allgemeines
Name Terpinolen
Andere Namen
  • 1-Methyl-4-propan-2-ylidencyclohexen
  • δ-Terpinen
  • TERPINOLENE (INCI)[1] (inoffizielle Bez.)
Summenformel C10H16
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 586-62-9
EG-Nummer 209-578-0
ECHA-InfoCard 100.008.709
PubChem 11463
Wikidata Q2405051
Eigenschaften
Molare Masse 136,23 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

0,86 g·cm−3 (20 °C)[3]

Schmelzpunkt

<25 °C[4]

Siedepunkt

186 °C[4]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (9,5 mg·l−1 bei 23 °C)[4]

Brechungsindex

1,4888[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[5]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 304317410
P: 273280301+310+331302+352501[5]
Toxikologische Daten

4390 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Terpinolen kommt in zahlreichen isomeren Formen in ätherischen Ölen vor und findet sich unter anderem in Weinreben (Vitis vinifera), Waldkiefern (Pinus sylvestris),[6][7] Wacholder (Juniperus communis),[6] Teebaum (Melaleuca alternifolia),[7] Sellerie ( Apium graveolens),[7] Majoran (Origanum majorana),[7] Baldrian (Valeriana officinalis),[7] Koriander (Coriandrum sativum),[7] Petersilie (Petroselinum crispum),[7][8] Polei-Minze (Mentha pulegium),[7] Rosmarin (Rosmarinus officinalis),[7] Muskatnuss (Myristica fragrans)[7] und verschiedenen Eukalyptus-Arten[7].[9] Hier wird es über eine (−)-α-Terpineol-synthase (Terpensynthase) hergestellt. Besonders reich an Terpinolen ist das Pastinaköl, in dem es mit einem Anteil zwischen 40 und 70 Prozent enthalten ist.[10][7] Terpinolen ist auch Alarmpheromon der Termiten.

Eigenschaften

Terpinolen ist eine farblose Flüssigkeit, die wie alle Menthadiene empfindlich gegenüber Licht, Luft und Wärme ist.[10] Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 2,95742, B = 934,936 und C = −146,641 im Temperaturbereich von 313,6 K bis 452 K.[11]

Die Verbindung bildet oberhalb des Flammpunktes entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Der Flammpunkt liegt bei etwa 53 °C.[12]

Verwendung

Terpinolen wird als Zusatzstoff in Möbelpolituren und Schuhpflegemitteln verwendet.[10]

Einzelnachweise

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