Lenindenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR

Wikimedia-Liste Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die nachfolgende Liste der Lenindenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR enthält die (bisher) bekannten Denkmale und Gedenktafeln zu Ehren von Wladimir Iljitsch Lenin und Angaben über ihren Verbleib. Sie ist nach den seit 1991 geltenden Bundesländern im Osten Deutschlands aufgeteilt und nach Orten, Datum und Bildhauer sortierbar. Nur Gedenktafeln, die einen direkten Zusammenhang mit Lenins Leben herstellen, sind hier genannt. Nicht aufgeführt werden Büsten, Skulpturen oder Reliefs zu Ehren von Lenin, die vor oder in Schulen, Fabriken, LPGs usw. aufgestellt wurden oder als Exponate in Museumsräumen stehen.

Die Abkürzungen in der ersten Spalte bedeuten BL= Bundesland mit BE=Berlin, BB=Brandenburg, MV=Mecklenburg-Vorpommern, SN=Sachsen, ST=Sachsen-Anhalt und TH=Thüringen.

Übersicht

Zusammenfassung
Kontext

Die Tabelle ist sortierbar nach Bundesländern, dem Datum der Aufstellung und dem zuerst genannten Bildhauer.

Weitere Informationen BL, Ort, ggf. Adresse ...
BL Ort, ggf. Adresse wann aufgestellt
wann entfernt
Bild technische Angaben
Material, Größe der Figur, Podesthöhe u. a.
Bildhauer Erläuterungen
BEBerlin-Friedrichshain, Platz der Vereinten Nationen (ehemals Leninplatz)1970
1992
roter Granit aus der Ukraine, 19 m hohe Statue auf RundsockelNikolai Tomskiabgebaut, zerlegt, eingegraben und durch Brunnenanlage aus Findlingen ersetzt.[1] Der Kopf wurde jedoch 2017 wieder ausgegraben und als ständiges Exponat in die Freiluftausstellung auf der Zitadelle Spandau verbracht.
BEBerlin-Friedrichshain, Frankfurter Allee 102 Ecke Jessnerstraßevor 1981
(vorhanden)
Foto von 2012
Foto von 2012
Gedenktafel mit PorträtAufenthaltsort Lenins 1895. Er hatte hier Kontakte mit Vertretern des SPD-Reichstagswahlkreises Niederbarnim, verfasste unter anderem auch einen Nachruf auf den gerade verstorbenen Friedrich Engels.[2]
BEBerlin-Mitte, im Ehrenhof der heutigen russischen Botschaft Unter den Linden1970er
1997
Die Büste im Ehrenhof, Juni 2015.Marmorbüste1997 in den Innenhof des Botschaftsgeländes versetzt[3]
BEBerlin-Mitte, Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur früher: Haus der Sowjetischen Kultur und Wissenschaften1984MarmorstatueDenkmal im Treppenhaus des Gebäudes, der Verbleib des Denkmals nach 1990 ist ungeklärt. Auf Bildaufnahmen des Institutes ist das Denkmal noch gut erkennbar[4]
BEBerlin-Mitte, an der Außenwand des Schwimmbads der russischen Botschaft in der Behrenstraßevor 1989
2011
Foto von 2006
Foto von 2006
Bronzereliefdemontiert[5]
BEBerlin-Mitte, Unter den Linden, Alte Bibliothekvor 1981[2]
1990
Foto von 1970
Foto von 1970
GedenktafelStudienaufenthalt Lenins 1895, im Innern zu DDR-Zeiten Leninsaal
BEBerlin-Neukölln, Nobelstraße 66BronzestatueHerkunft unbekannt – stand bis 2016 in der Köpenicker Straße (Kreuzberg) auf dem Hof eines Umzugunternehmers, nun auf dem Parkplatz am neuen Standort des Unternehmens[6]
BBEberswalde auf dem Gelände einer Kaserne der Sowjetarmee[7]1975
Statueseit 2013 am Luftfahrtmuseum Finowfurt[8]
BBEggersdorf1970
1992[9]
Gedenkstein mit Relief
BBFalkensee, am Beginn der Stalinallee (seit 1961 Hansastraße)1955
1990
BüsteKurt Zobel1990 in den Hof des Heimatmuseums verbracht[10]
BBFinsterwaldeGedenkstein mit Relieferhalten (Stand 2014)[11]
BBFürstenberg/Havel, Steinförder Straße (Gelände der GSSD)Statuestark verwittert erhalten (Stand: 2013)[12]
BBFürstenberg/Havel, Kirschenallee (Gelände der Sowjetarmee)Büstestark verwittert erhalten[13] – inzwischen ohne Sockel[14]
BBGlienicke/NordbahnGemauerter Sockel mit Kopfplastik am Leninplatz an der Ecke Leninstraße (jetzt Hauptstraße) mit LessingstraßeIm Jahr 1990 entfernt.
BBLönnewitzer ForstFahnenmonument mit LeninprofilEhemaliger Sowjetflugplatz Oleg Antonow. Im Gebüsch erhalten (Stand: 2012)[15]
BBMarzahna,[16] Schulweg[17]Gedenkstein
BBNeuruppin[18]1967StatueStepanour
BBPotsdam, Hegelallee, ehemaliges Haus der sowjetischen Offiziere1970
2004
Foto von 1990
Foto von 1990
StatueKopie des Lenindenkmals von Matwei Maniser in Uljanowsk,[19] Die Statue wurde 2004 provisorisch abmontiert und verschwand im April 2018 unter ungeklärten Umständen vom Privatgrundstück, auf dem es sich befand. Angeblich soll das 500 Kilo schwere Denkmal unbemerkt gestohlen worden sein.[20]
BBRüdersdorf bei Berlin
zwischen Kulturhaus und Autobahn
(Lage)
1970
Foto von 2022
Foto von 2022
Gedenkstein mit Relieferhalten (Stand April 2022).
BBStrausberg, Marktplatz (ehemals Leninplatz)vor 1973 (vorhanden)[21]BüsteNach der Wende ursprünglich ins Heimatmuseum August-Bebel-Straße verbracht.[22] Im Mai 2015 von Mitgliedern der Ifa-Freunde Trebus aus Strausberg in den eigenen Ort umgesetzt.[23]
BBWittstock/Dosse, auf dem Freigelände des früheren Fliegerhorstes, der zwischen 1945 und 1994 der Sowjetarmee als Militärflugplatz diente.vor 1973 (vorhanden)Statue, vermutlich SandsteinNoch in den 2010er Jahren erhalten und öffentlich zugängig[24]
BBWünsdorf, Hauptallee (Gelände des ehemaligen Oberkommandos der GSSD)1970Statue auf hohem mit dunkelroten Granitplatten gerundeten Podest
Der Granit soll aus der Reichskanzlei stammen.[25]
Wladimir Gontscharowerhalten (Stand: 2015)[26] Objekt steht unter Denkmalschutz[27]
BBWünsdorf, Zehrensdorfer Straße (Gelände des ehemaligen Oberkommandos der GSSD)Statueerhalten (Stand: 2015)[28]
MVBarth, Leninheimvor 1973 (vorhanden)[29]Gedenktafel mit Kopfrelief
MVSassnitz, Hauptstraße (ehemals Leninstraße) vor dem Seemannsheim (jetzt Kurhotel)[30]1985
Gedenksteinan die Hafenbrücke umgesetzt; erhalten[31]
MVSchwerin, Hamburger Allee (ehemals Leninallee)1985
im Jahr 2007
im Jahr 2007
StatueJaak Soans, estnischer Bildhauererhalten (Stand 2013).[32] Dem Denkmal wurde inzwischen eine erklärende Tafel hinzugefügt.[33] Debatte um Entfernung (Stand August 2014)[34]
MVStralsund, Bahnhofsgebäudevor 1973 (vorhanden)[35][36]Gedenktafel mit Kopfrelief
SNBischofswerda, Hauptgebäude Garnison1970
1999
eingelagert[37]
SNDresden, Wiener Platz (ehemaliger Leninplatz)1974
1992[38]
Figurengruppe in Dresden; 1991
Figurengruppe in Dresden; 1991
Figurengruppe mit zwei begleitenden ArbeiterfigurenGrigorij JastrebenetzkiMonument von Hans Modrow eingeweiht.[39]
Der Künstler Rudolf Herz präsentierte die Büsten des demontierten Ensembles 2004 im Rahmen seiner Aktion Lenin on Tour nochmals in Dresden,[40] im Jahr 2009 auch vor dem Kölner Dom.[41]
SNGröditz, Vor dem Rathaus[42]vor 1979 (vorhanden)[43]Statue
SNLeipzig, Alte Messe (Sowjetischer Pavillon)1950[44]Büste1993 an Privatperson nach Thüringen, 2003 anlässlich der Filmpremiere von Good Bye, Lenin! vor dem Leipziger Kino Cinestar platziert,[45] 2012 ins DDR-Museum Burg (Spreewald).[46] Das Museum schloss im Jahr 2019, sodass die Büste zum DDR-Museum in Pirna gebracht wurde.[47]
SNLeipzig, Steinstraße 28vor 1955 (demontiert[48])
Foto von 1955
Foto von 1955
Gedenktafel mit Kopfreliefhäufiger Aufenthaltsort Lenins 1912–1914
SNLeipzig, Rosa-Luxemburg-Straße 19–21vor 1955 (demontiert)
Foto von 1955
Foto von 1955
Gedenktafel mit KopfreliefAufenthaltsort Lenins 1912
SNLeipzig, Karl-Liebknecht-Straßevor 1955 (demontiert)
Foto von 1955
Foto von 1955
Gedenktafel mit KopfreliefAufenthaltsort Lenins 1912
SNLeipzig, Kurt-Eisner-Straßevor 1969 (demontiert)
Foto von 1969
Foto von 1969
GedenktafelAufenthaltsort Lenins 1908
SNRiesa, auf dem Rathausplatz (ehemals Leninplatz)1971
1992[49]
Foto von 2021
Foto von 2021
3,5 Meter hohe bronzene Statueauf einen Platz vor den Ehrenhain für sowjetische Kriegstote umgesetzt[50], im Jahr 2012 wurde öffentlich darüber gestritten, das Denkmal abzureißen und zu verkaufen oder es stehen zu lassen. Die Stadtverwaltung hat den Verbleib beschlossen.[51] Inzwischen wurde daneben eine Informationstafel angebracht. Der Bestand des Denkmals ist gesichert, da es sich auf einer sowjetischen Kriegsgräberstätte befindet und vom deutsch-russischen Abkommen über Kriegsgräberfürsorge geschützt ist.[52]
STBurg (bei Magdeburg) ?Bronze-Büste auf weißem quaderförmigem SockelDie Leninbüste war bei einer E-Bay-Versteigerung im Januar 2014 auf einer Bildpostkarte aus DDR-Zeiten zu sehen.[53]
STLutherstadt Eisleben1948
1991
Foto von 1991
Foto von 1991
StatueMatwei Maniser1929 in Puschkin errichtet, kam 1943 nach Deutschland; im Jahr 1948 noch in der SBZ aufgestellt; im Jahr 1991 in das Deutsche Historische Museum Berlin umgesetzt.[54]
STGröbzig, Marktplatzum 1977[55]Büste auf Sandsteinsockel[56]Robert Propf[55]1989[57] mit Farbe beschmiert, dann demontiert und eingelagert, Platz durch Kreisverkehr und Linde ersetzt[58]
STHalle (Saale), Pestalozzipark1970[59]
Zustand 2016
Zustand 2016
Gedenkstein mit KopfreliefPumpenwerke Halleerhalten – im Jahr 2018 wurde der Stern mit Lenins Porträt, der auf der Spitze des Denkmals stand, entwendet[60]
STHalle (Saale), Lerchenfeldstraße 14 (Stadtmuseum)1929[61]BronzemaskeErich Will und Martin Knautheerhalten, älteste Leningedenkstätte Deutschlands. 1929 im ehemaligen Schützenhaus der Glauchaer Schützengesellschaft errichtete, stilisierte Bronzemaske Lenins mit Hammer und Sichel an Backsteinpfeiler im Treppenhaus. 1933 zerstört, 1968 rekonstruiert.[62] Heute noch erhalten.[63]
STHalle-Neustadt, nahe Bruchsee1970
um 1995 (?)
Foto von 1991
Foto von 1991
BüsteK. S. Bojarskieingelagert (Grünflächenamt)[64] – an dem ungefähren Standort befindet sich seit 2001 die Installation Stelen Trio der Künstlerin Cornelia Felsch[65]
STHillersleben, Leninplatz (Kasernenstadt)StatueVom Sockel gestürzt[66]
STMerseburg, Weißenfelser Straße (ehemals Ernst-Thälmann-Straße) am Ufer des Gotthardteichs20. Juni 1971
12. Oktober 1991
Foto von 1991
Foto von 1991
StatueM. F. Baburin, G. P. Lewizkaja, J. I. Kuturew, Gerhard BerndtKopie eines 1967 in Ufa aufgestellten Denkmals. Im Oktober 1991 in einem Hangar auf dem ehemaligen Militärflugplatz gelagert, 1997 verkauft an einen Unternehmer aus dem niederländischen Dorf Tjuchem der Gemeinde Slochteren.[67][68]
STNaumburg (Saale), Theaterplatz[69]1969Statuevor dem Gebäude der ehemaligen SED-Kreisleitung, demontiert[70]
STStendal, Nachtigalplatz (ehemals Leninplatz)1969
1991
Foto von 1991
Foto von 1991
Statuevon der Sowjetarmee als Geschenk zum 20. Jahrestag der DDR übergeben und zeitgleich Platz in Leninplatz umbenannt; die Vollkörper-Bronzestatue am 6. November 1977 durch Oberkörper-Steinstatue ersetzt; am 17. September 1991 demontiert und in einem Depot eingelagert[71][72] – mittlerweile am Landesfeuerwehrmuseum aufgestellt[73]
STTeutschenthal, Straße der Einheit Ecke Köchstedter Straße1970Büste in Gedenkanlage[74]laut Inschrift anlässlich des 100. Geburtstags errichtet; nach 1989 abgebaut, Verbleib ungeklärt – die Gedenkanlage („Leninhain“) 1993 als Bergbaugedenkstätte neu gestaltet[75]
STWeißenfels, Leninstraße (heute Leopold-Kell-Straße)[76]19. April 197082 cm hohe Büste auf 72 cm hohem Sockel in Gedenkanlage[77]Kurt Schulzeanlässlich des 100. Geburtstags errichtet; nach der Wende mit weißer Farbe überschüttet, gereinigt, im Museum im Stadtmuseum (Schloss Neu-Augustusburg) eingelagert[77][78][79]
STWeißenfels, Russenkasernevor 1975„groß“1975 verunstaltet und dann restauriert; weiterer Verbleib unklar, eventuell im Stadtmuseum Weißenfels, wo es mehrere Leninbüsten gibt[79]
STZeitz-Ost, Karl-Marx-Straße 31vor 1984 (vorhanden)Büste[80]Büste auf Sockel, dahinter rahmende Wand
THGera, Friedrich-Engels-Straße1971StatueGerhard Thieme[81]umgesetzt zum Hofgut Gera-Untermhaus, Mohrenplatz. Erhalten (Stand: 2015).[82]
THHellingen1970Reliefwand[83]Zum 100. Geburtstag (1870–1970). Inschrift Lernen Lernen Nochmals Lernen.[84]
THKönigsee1951StatueJohannes Friedrich Rogge[85]erstes in der DDR entstandenes Lenindenkmal
THNohra, Militärgelände Nohra-Süd
StatueErhalten. Wurde zwischen 2008-2010 komplett renoviert.[86]
THWeimar, Haus der (sowjetischen) Offiziere1979
1992
BüsteJohannes Friedrich RoggeGeschenk der Stadt Weimar zum 30. Jahrestag der DDR, seit 1992 im Stadtmuseum[87]
Schließen

Siehe auch

Literatur

  • Carlos Gomes: Lenin lebt. Seine Denkmäler in Deutschland. Berlin 2020, ISBN 978-3-931745-31-8.
  • Hans Maur: Denkmale für W. I. Lenin auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1970
  • Hans Maur: Stätten der Ehrung und Würdigung für Wladimir Iljitsch Lenin in der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1966
  • Karl Wiegel, Jutta Frommelt: Lenin-Gedenkstätten in Leipzig. Leipzig 1966

Einzelnachweise

Wikiwand - on

Seamless Wikipedia browsing. On steroids.