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deutscher Sekretär, Musiker und erster Biograph von Ludwig van Beethoven Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Anton Felix Schindler (* 13. Juni 1795 in Meedl/Mähren (heute Medlov u Uničova)[1]; † 16. Januar 1864 in Bockenheim) war ein österreichischer Musiker und Musikschriftsteller.
Schindler war der Sohn von Joseph Schindler, „Direktion-Adjunkt der Kaiserlich-Königlich-Hauptschule zu Mährisch-Neustadt“, aus dessen Ehe mit Susanna geb. Krestin.[2]
Er besuchte das Gymnasium in Olmütz und studierte ab Herbst 1813 Jura und Philosophie an der Universität Wien. 1817 übernahm er eine Anstellung in der Kanzlei des Rechtsanwalts Johann Baptist Bach, der 1819 Beethovens Rechtsbeistand wurde. Ab 1822 war Schindler erster Violinist und Orchesterdirektor am Theater in der Josefstadt, von 1825 bis 1827 in gleicher Funktion am Kärntnertor-Theater. Von Herbst 1827 bis Frühjahr 1829 lebte er mit seiner Schwester in Pest, war dann ab 1832 als Musikdirektor in Münster und von 1835 bis 1840 sowohl als Musikdirektor des Aachener Sinfonieorchesters als auch als Stiftskapellmeister am Aachener Dom tätig. 1841/42 hielt er sich in Paris auf, 1843 in Berlin, und lebte ab 1848 in Frankfurt am Main und in Bockenheim.
Schindlers Nachruhm gründet sich vor allem auf seine Bekanntschaft mit Ludwig van Beethoven. Er lernte ihn im Herbst 1822 kennen und übernahm für ihn Sekretärsdienste. Er wurde zugleich der erste Biograph des Komponisten. Seine Beethoven-Biografie wurde 1840 veröffentlicht und 1860 erweitert. Sie gilt als sehr unzuverlässig, da Schindler sich gern selbst in den Mittelpunkt stellt. Seine Behauptung, er sei Beethovens Freund gewesen, lässt sich zudem kaum mit den Tatsachen in Übereinstimmung bringen. Um sie zu untermauern, schreckte er nicht davor zurück, nachträgliche Eintragungen in Beethovens Konversationsheften vorzunehmen und andere Dokumente zu fälschen.
Darüber hinaus verfasste Schindler mehrere Kompositionen, darunter Lieder, Klavierwerke, ein Streichquartett und zwei Messen für Chor und Orchester. Großen Erfolg hatte namentlich seine Messe Nr. 1 in d-Moll, die im Dezember 1837 in Aachen zur Uraufführung gelangte. Der Aachener Korrespondent der Berlinischen Nachrichten meldete:
„Aachen. Eine neue große Messe von dem Concertmeister Schindler, bei deren Aufführung sämmtliche Musiker und Musikfreunde mitwirkten, hat hier große Sensation gemacht, namentlich das Credo, das allgemein bewundert wurde.“[3]
Eine weitere Aufführung folgte am 4. November 1839 in der Wiener Karlskirche. Schindler widmete die Messe Papst Gregor XVI., der die Widmung noch vor der Wiener Aufführung annahm. In einem Bericht aus Düsseldorf heißt es im November 1839:
„(Düsseldorf.) Der Papst hat die Dedication einer Messe unsers Musikdirectors Schindler angenommen, und der Director der päpstlichen Capelle soll den Meister ersucht haben, noch eine zweyte von ihm componirte Messe nach Rom zu senden.“[4]
In der damaligen Presse erregte dies große Beachtung, weil „noch niemals das Werk eines deutschen Componisten in der Peterskirche in Rom ausgeführt wurde.“[5] Ob Giuseppe Baini, der Kapellmeister der päpstlichen Kapelle, Schindlers Messe tatsächlich im Petersdom aufführte, ist nicht bekannt.[6]
Im Druck erschienen folgende Werke:
Daneben besitzt das Beethoven-Haus in Bonn die Handschriften einiger Werke:
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