Theonest

Märtyrer, Bischof von Mainz Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Heilige Theonest (* im 4. Jahrhundert; † im 5. Jahrhundert in Poitiers) soll in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts Bischof von Mainz gewesen sein.

Leben und Legenden

Zusammenfassung
Kontext

Die kirchlichen Quellen über das Leben des Theonest und anderer vorbonifatianischer Mainzer Bischöfe in der Zeit nach dem Niedergang des römischen Mogontiacum (350 bis 450) wie Crescens, Aureus und Maximus, sind stark von Legenden geprägt. Der Name Theomast/ Theonestus fehlt in den Bischofslisten, ist aber in anderen Quellen überliefert. Möglicherweise leitete er anstelle des 406 vertriebenen Aureus die Mainzer Kirche.[1]

Das älteste Zeugnis über Theonest stammt aus einem hagiographischen Werk des Gregor von Tours, das er zwischen 573 und 594 verfasste.[2]

Von Theomast wird berichtet, daß er gemäß der Auslegung seines Namens in seiner Heiligkeit wunderbar Bischof der Stadt Meinz gewesen sei. Aus irgendeinem Grund wurde er aus dieser Stadt vertrieben und ging nach Poitiers. Dort beendete er, am rechten Glauben festhaltend, sein gegenwärtiges Leben.[3]

Theonest soll Anfang des 5. Jahrhunderts zusammen mit Alban nach Mainz gekommen sein. Beide predigten gegen die Lehren der Arianer. Im Jahr 406 kam es bei Mainz zum Rheinübergang mehrerer germanischer Gruppen, bei dem der in Mainz später als Heiliger verehrte Alban das Martyrium erlitt. Einer Überlieferung zufolge wurde Alban enthauptet und soll seinen Kopf an der Stelle niedergelegt haben, an der später die Kirche St. Alban erbaut wurde, aus der das Stift St. Alban entstand. Um Theomast/Theonest ranken sich zwei Heiligenlegenden:[4]

(1) Theonestus floh mit Tabra und Tabrartha vor den Arianern nach Oberitalien, wo sie von Arianern gefangen und enthauptet wurden.

(2) Theonestus wurde in Mainz von Arianern gesteinigt und in einem Holzfass auf dem Rhein ausgesetzt. Die Reste des Weins stärkten und betäubten Theonestus, weshalb er lebend bei Kaub an Land gespült wurde. Die Anwohner retteten den Geistlichen. Das alte Stadtsiegel von Kaub zeigt die Abbildung eines Bischofs in einem Kufe / Schiff. Der Name Kaub könnte auf diese Legende zurückgehen. Diese Legende würde zudem das späteres Auftauchen von Theonest in Poitiers ermöglichen.[5]

Nach einem Martyrologium des späteren Mainzer Erzbischofs Rabanus Maurus stimmt seine Vita mit der des Theonest (Theonistus, Thonistus, Onistus) von Altino, Bischof der Insel Namsia, überein. Der Mainzer Historiker Franz Staab berichtet ausführlich von drei Viten des Heiligen Theonest.[6]

Verehrung

Traditionell wird Theonest im Bistum Mainz als Heiliger verehrt. Ihm war die Theonestkapelle im Mainzer Gartenfeld geweiht, die seit 791 belegt ist.[7]

Im 10. Jahrhundert wurden Reliquien, die dem Heiligen Theonest zugeordnet wurden, durch den Mainzer Bischof Hildebert dem Stift St. Alban vor Mainz übergeben. Seit dem späten Mittelalter wurden dort Creszenz, Aureus und Theonest als Stadtpatrone verehrt. Daneben wird Theonest (von Altino) auch im Bistum Treviso besonders verehrt.[8]

Das Fest des Heiligen Theonest ist ein Eigenfest der Diözese Mainz und wird nach dem Diözesankalender am 27. Juni gefeiert. Heute befinden sich die Reliquien des Theonest und anderer früher Mainzer Heiligen in einem Reliquienschrein in der Ostkrypta des Mainzer Domes.[9]

Literatur

  • Eugen Ewig: Die ältesten Mainzer Bischofsgräber, die Bischofsliste und die Theonest-Legende, in: Ludwig Lenhart (Herausgeber): Universitas, Fs. Bischof Stohr, Mainz 1960, 19–27
  • Hans Werner Nopper: Die vorbonifatianischen Mainzer Bischöfe. Books on Demand, Norderstedt 2001, ISBN 3-8311-2429-9

Einzelnachweise

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