Nacktzügelibis
Art der Gattung Phimosus Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) auch Mohrenibis ist eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Ibisse und Löffler. Er ist der einzige Vertreter der monotypischen Gattung Phimosus.
Nacktzügelibis | ||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
![]() Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) | ||||||||||
Systematik | ||||||||||
| ||||||||||
Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||
Phimosus | ||||||||||
Wagler, 1832 | ||||||||||
Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||
Phimosus infuscatus | ||||||||||
(Lichtenstein, 1823) |
Unterarten
Es sind drei Unterarten bekannt:[1]
Aussehen
Der Nacktzügelibis ähnelt mit seinem schwarzen Gefieder dem teilweise sympatrischen Langschwanzibis, ist aber mit 46 bis 55 cm deutlich kleiner und hat einen kürzeren Schwanz. Ein federloses Gesichtsfeld hinter dem Schnabel und rund um das Auge ist rot, der Schnabel dunkelgelb. Die Beine sind rötlich. Beide Geschlechter und auch die Jungvögel sehen gleich aus. Die Unterarten unterscheiden sich im Ausmaß des roten Gesichtsfeldes und im Glanzgrad des Gefieders.
Verbreitung
Der Nacktzügelibis ist in Südamerika östlich der Anden von Kolumbien und Venezuela über Brasilien, Paraguay bis zum Nordosten von Argentinien und Uruguay heimisch. Die Vögel bevorzugen offene Landschaften in Gewässernähe.
Fortpflanzung
Der Nacktzügelibis brütet in Büschen, bevorzugt in dichter Vegetation in Wassernähe. Die Nester werden meistens in lockeren Kolonien von 5 bis 70 Paaren angelegt. Das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eiern. Die Brut dauert 21 bis 23 Tage. Die Jungen verlassen das Nest nach 27 bis 30 Tagen.
Nahrung
Der Nacktzügelibis ernährt sich von Würmern, Muscheln, Krebstieren, großen Insekten, Schnecken und gelegentlich auch Samen und Blättern.
Etymologie und Forschungsgeschichte
Die Erstbeschreibung des Nacktzügelibis erfolgte 1823 durch Martin Hinrich Carl Lichtenstein unter dem wissenschaftlichen Namen Ibis infuscata. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an und bezog sich auf Curucau afeytado[5] von Félix de Azara.[4] 1832 führte Johann Georg Wagler die Gattung Phimosus ein.[6] Der Begriff leitet sich vom griechischen φιμος, φιμοω phimos, phimoō für Schnauze, ruhig sein ab.[7] Der Artname »infuscatus« hat seinen Ursprung in lateinisch infuscatus, infuscare, infuscus ‚düster, dunkel machen, dunkel, schwärzlich‘.[8] Berlepschi ehrt Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch.[2] Schließlich ist nudifrons ein Wortgebilde aus lateinisch nudus ‚nackt‘ und lateinisch frons, frontis ‚vordere Oberkopf, Stirn‘.[9] Alfred Laubmann sah in Phimosus azarae Berlepsch & Hartert, E, 1902[10] als Synonym zu Nominatform. Er betrachtete die Art als relativ häufigen Vogel für ganz Paraguay. Allerdings war sich Laubmann aufgrund fehlenden Vergleichsmaterials nicht ganz sicher, ob es sich im Land um P. i. infuscatus oder P. i. nudifrons handelt.[11]
Literatur
- Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 3. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1805 (biodiversitylibrary.org).
- Peter H. Barthel, Christine Barthel, Einhard Bezzel, Pascal Eckhoff, Renate van den Elzen, Christoph Hinkelmann, Frank Dieter Steinheimer: Die Vögel der Erde – Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3. Auflage. Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, Radolfzell 2002 (do-g.de [PDF]).
- Carl Eduard Hellmayr: Phimosus berlepschi nov. spec. In: Verhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 53, 1903, S. 247 (biodiversitylibrary.org).
- Josep del Hoyo, Andrew Elliott & Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. 1: (Ostrich to Ducks). Lynx Edicions, Barcelona 1992, ISBN 84-87334-10-5.
- Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 1. Strecker und Schröder, Stuttgart 1939, S. 102–103 (google.de).
- Martin Hinrich Lichtenstein: Verzeichniss der Doubletten des Zoologischen Museums der Königl. Universität zu Berlin : nebst Beschreibung vieler bisher unbekannter Arten von Säugethieren, Vögeln, Amphibien und Fischen. In Commission bei T. Trautwein, Berlin 1823 (biodiversitylibrary.org).
- Johann Baptist von Spix: Avium species novae, quas in itinere per Brasiliam Annis MDCCCXVII – MDCCCXX Iussu et Auspiciis Maximiliani Josephi I. Bavariae Regis suscepto collegit et descripsit. Band 2. Typis Franc. Seraph. Hübschmännl, München 1825 (biodiversitylibrary.org).
- Johann Georg Wagler: Neue Sippen und Gattungen der Säugthiere und Vögel. In: Isis von Oken. Band 25, Nr. 11, 1832, S. 1218–1235 (biodiversitylibrary.org).
Weblinks
Commons: Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Phimosus infuscatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 15. Februar 2009.
- Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) bei Avibase
- Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus)
- Bare Faced Ibis (Phimosus infuscatus) in der Encyclopedia of Life. (englisch).
Einzelnachweise
Wikiwand - on
Seamless Wikipedia browsing. On steroids.