Ravensburger

Verlag für Bücher und Spiele Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ravensburgermap

Die Ravensburger AG ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Ravensburg, die international vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt ist. Als Firmenlogo dient ein blaues Dreieck mit dem Schriftzug „Ravensburger“. 2020 wurden 25 Millionen Spiele und 28 Millionen Puzzles verkauft.[4] Als Puzzlehersteller ist Ravensburger in Europa führend und in Nordamerika an zweiter Position.[5]

Schnelle Fakten
Ravensburger AG
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Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1883
Sitz Ravensburg, Deutschland Deutschland
Leitung Aufsichtsrat::[1]
Thomas Vollmoeller (Vorsitz),
Florian Haller,
Albert Hess,
Claus-Dietrich Lahrs,
Valerie Maier,
Antje Schubert
Robert Langer
Vorstand:[2]
Clemens Maier (Vorsitz),
Hanspeter Mürle,
Susanne Knoche,
John Filip Francke
Mitarbeiterzahl 2483 (2024)[3]
Umsatz 790 Mio. Euro (2024)[3]
Branche Verlag
Website www.ravensburger.de
www.ravensburger-gruppe.de
Stand: 31. Dezember 2024
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Sämtliche Logos seit dem Gründungsjahr 1883.
Bis 1974 wurden verschiedene Logos gleichzeitig verwendet.

Geschichte

Zusammenfassung
Kontext

Gründung des Verlages Otto Maier

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Otto Maier 1872

Otto Maier (1852–1925), Sohn des Ravensburger Buchhändlers und Verlegers Carl Maier (1819–1867), wurde 1876 Teilhaber der Dorn’schen Buchhandlung in Ravensburg und Biberach.[6] Die Gründung eines eigenen Verlages wird im Rückblick auf das Jahr 1883 datiert. In diesem Jahr nämlich schloss der junge Verleger den ersten, heute noch erhaltenen Autorenvertrag ab und nummerierte die von ihm veröffentlichten Spiele fortan mit seinem Namenskürzel als OM 1 usw. (O[tto] M[aier], Spiel Nr. 1ff). Schon 1884 erschienen das erste Gesellschaftsspiel, die Reise um die Erde, und die ersten Jugenderzählungen des Pfarrers Christoph von Schmid.

Ab 1891 war Maier Alleininhaber der Buchhandlung in Ravensburg,[7] verkaufte diese aber im März 1893; für die Fortführung der Verlagstätigkeit wurde die Verlagsbuchhandlung „Otto Maier“ im Handelsregister des Königlichen Amtsgericht Ravensburg eingetragen.[8]

Konzentrierte sich Maier in den ersten Jahren auf Vorlagemappen für Handwerker, Bildungs- und Familienspiele, Ratgeber und Kindererzählungen, so kamen um 1900 Bilderbücher, Bücher und Hefte für Kinderbeschäftigungen, kunsttechnische Anleitungen und Bastelliteratur hinzu. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Verlag bereits rund 800 verschiedene Spiele- und Büchertitel im Sortiment. Der Name „Ravensburger Spiele“ wurde im Jahre 1900 vom Kaiserlichen Patentamt patentiert. 1912 wurden schon zahlreiche Produkte nach Westeuropa und Russland exportiert. 1914 erwirtschaftete der Verlag 200.000 Mark Umsatz mit 15 Mitarbeitern.[9]

Zweite Generation

Im Juli 1920 gründete Maier mit seinem ältesten Sohn Otto Maier (1891–1952) die Offene Handelsgesellschaft „Otto Maier“ (Handelsregistereintrag im Februar 1921), auf die das bisherige Geschäft überging.[10] Otto Maier jun. wurde damit Mitgesellschafter.[11] 1924 zog sich der Firmengründer aus dem Unternehmen zurück; sein Sohn Otto wurde Geschäftsführer und die beiden anderen Söhne Karl Maier (1894–1979) und Eugen Maier (1899–1945) wurden Mitgesellschafter des Verlags;[12] er starb 1925. Danach gab es mit Maiers Ehefrau Helene und den Kindern Otto, Karl und Eugen vier Gesellschafter;[13] später waren die drei Brüder zu gleichen Teilen Gesellschafter.[13]

Ab Ende der 1920er Jahre wurde der Verlag unter anderem durch handliche Kino-Sport-Bücher bekannt. Dabei bezog sich der Hinweis Kino darauf, dass in aufeinanderfolgenden Seiten die Einzelphasen einer Sportart in Fotos dargestellt sind. Beim schnellen Abblättern am Rand bewegen sich die Sportler. Deshalb hieß der Werbespruch auf dem Umschlag auch „mit Bildern, die sich wirklich bewegen“.[14]

Von den 1930er- bis zu den 1950er-Jahren war der Verlag hauptsächlich Buchverlag – Beschäftigungsmittel, Gesellschaftsspiele, Quartette und Geduldsspiele ergänzten das Programm. 1939 erwirtschaftete der Verlag mit 65 Mitarbeitern 600.000 Reichsmark Umsatz.[9] Während der Zeit des Nationalsozialismus erschienen bei Otto Maier unter anderem die von der Reichsjugendführung herausgegebenen Werkblätter der Hitlerjugend.[15]

Eugen Maier starb am letzten Kriegstag, am 8. Mai 1945.[12] Ansonsten überstand der Verlag „Otto Maier“, der seit diesem Zeitpunkt als Kommanditgesellschaft geführt wurde,[16] den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden und arbeitete danach schon in den Jahren des Wiederaufbaus weiter.

1946 wurde die Tochtergesellschaft „Graphische Kunstanstalt Maier“ GmbH gegründet.[17] Diese betrieb eine Druckerei mit graphischer Kunstanstalt, später auch Kartonage, Buchbinderei, Plastik- und Holzverarbeitung.[17] Karl Maier war Geschäftsführer; Otto Julius Maier wurde 1970 weiterer Geschäftsführer, Dorothee Hess-Maier ab 1978 ebenso.[17]

1949 kam der Buchhändler Erwin Glonnegger zum Verlag, anfangs im Vertrieb von Fachbüchern,[18] war er ab 1951 für das Spieleprogramm beim Verlag zuständig.[19] Zu dieser Zeit machte der Buchverlag ungefähr 1,5 Millionen DM und der Spieleverlag 0,5 Millionen DM Umsatz.[20]

1952 starb Otto Maier; sein Bruder Karl war damit alleiniger persönlich haftender Gesellschafter der Kommanditgesellschaft.[12][16]

In den 1950er Jahren wuchs das Programm an Gesellschaftsspielen,[21] Kinder- und Jugendbüchern und an Fachbüchern für Kunst, Architektur und Hobby.

Ab 1957 wurden verschiedene Logos mit einem Dreieck und verschiedenen Schriftzügen („Ravensburger Spiele“, „Ravensburger Bilderbücher“ bzw. „Otto Maier Verlag Ravensburg“) eingeführt, hierbei wurden verschiedene Farben für das Dreieck (z. B. schwarz, grün, blau oder rot) und den Schriftzug (z. B. schwarz oder weiß) verwendet.

1959 erschien das Spiel memory, 1960 das Spiel Malefiz, welche beide millionenfach verkauft wurden. Seit Beginn der 1960er Jahre überflügelte der Spielebereich den Buchsektor beim Umsatz.[22]

Mit einem neuen Gesellschaftsvertrag Ende der 1950er oder Anfang der 1960er Jahre wurde das Unternehmen von „Otto Maier“ in „Otto Maier Verlag“ (ab 1961 als HRA 20 beim Amtsgericht Ravensburg geführt)[16] umbenannt;[13]

Dritte Generation

1963 wurde Otto Julius Maier (* 1930), Sohn von Otto Maier, zuvor Prokurist, neben Karl Maier ebenfalls persönlich haftender Gesellschafter.[16] 1967 wurde Dorothee Hess-Maier (* 1936), Tochter von Eugen Maier, zuvor ab 1963 Prokuristin, ebenfalls persönlich haftende Gesellschafterin.[16]

Das Unternehmen wuchs stark und entwickelte sich zu einem großen Medienunternehmen, es entstanden ausländische Tochterunternehmen in den Niederlanden (1964) und Italien (1966).[23]

Seit 1964 produziert der Verlag Interlocking-Puzzles, von denen mittlerweile jährlich bis zu 28 Millionen Stück (2020) verkauft werden.[4] 1965 erwirtschaftete der Verlag mit 280 Mitarbeitern über 10 Millionen DM Umsatz.[9] 1969 wurde der „Ravensburger Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ gegründet.[24]

1969 stieg der Otto Maier Verlag beim 1934 in Stuttgart gegründeten,[25] seit 1954 in Wildberg ansässigen Sportartikel- und Spielwarenhersteller „Fritz Löhmann Holz- und Spielwarenfabrik“ ein.[26][27] 1970 wurde in Wildberg die „Fritz Löhmann Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ gegründet.[28] 1973 zogen sich Fritz und Margarete[28] Löhmann aus Altersgründen zurück;[26] die Geschäftsführung wurde 1975 abgegeben.[28] 1977 wurde das Unternehmen nach Ravensburg verlegt;[28][29] 1981 wurde die in Ravensburg ansässige Abteilung verkauft.[26]

1970 gründeten verschiedene Spielwarenhersteller (Lego, Otto Maier Verlag, Margarete Steiff, Gebrüder Faller, Gebrüder Märklin) in Stuttgart das Marktanalyseunternehmen „Markenspielwarendienst“ als Joint Venture (GmbH HRB 4211 beim Amtsgericht Stuttgart).[30][31] Erste Geschäftsführer waren Karl Franck (Lego), Otto Julius Maier, Hans-Otto Steiff (Steiff), Edwin Faller (Faller) und Karl Heller (Märklin);[30] später wurde Heinz-Georg Schöneberg (Revell), danach Dieter Breede Geschäftsführer.[30] 1984 wurde das Unternehmen mit der Otto Maier Verlag GmbH verschmolzen.[30][32]

1970 wurde die Schweizer Niederlassung „Otto Maier GmbH“ gegründet.[33] Kurz darauf wurde zusammen mit dem Schweizer Spielehersteller „Carlit“ die „Carlit- und Ravensburger-Spiele Vertriebs AG“ gegründet.[34] Weitere Tochterunternehmen entstanden in Österreich (1970) und Frankreich (1974).[23]

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Logo der Marke Ravensburger, ab 1974

Seit 1974 wird für alle Produkte (u. a. Bücher, Spiele und Puzzles) in der rechten unteren Ecke das als Warenzeichen eingetragene Logo mit dem blauen Dreieck und dem weißen Schriftzug „Ravensburger“ verwendet. Die vorher für verschiedene Produkte verwendeten verschiedenen Logos wurden nicht weiter geführt.

1977 wurde das Unternehmen organisatorisch in einen Spieleverlag und einen Buchverlag mit getrennten Außendiensten (getrennte Geschäftsbereiche) aufgeteilt.[22]

Ab 1977 war Carlit ein Tochterunternehmen des Ravensburger Verlags.[35] 1979 wurde die in Rupperswil (Schweiz) ansässige „Otto Maier GmbH“ mit der „Carlit AG“ verschmolzen.[36]

1979 erwirtschaftete der Verlag mit 800 Mitarbeitern über 100 Millionen DM Umsatz.[9] 1979 starb Karl Maier.

Ab 1981 wurde der „Otto Maier Verlag“ als GmbH geführt: die beim Handelsregister Ravensburg geführte Kommanditgesellschaft „Otto Maier Verlag“ (HRA 20) wurde in die neu gegründete GmbH „Otto Maier Verlag GmbH“ (HRB 619) überführt.[32]

1984 wurde die 1946 gegründete „Graphische Kunstanstalt Maier“ geändert: „Ravensburger Film + TV“ wurde nun eine Filmproduktionsgesellschaft, geführt von Anton Dressendörfer und Claus Runge, ab 1988 auch Peter Hille;[17] die Ravensburger Film + TV GmbH war Gründungsmitglied der Fernsehsender Sat.1 (anfangs 2,5 %,[37] später 1 %[38]) und Nickelodeon (10 %[39]).[40] 1993 wurden Dressendörfer und Runge durch Andreas Hess ersetzt.[17] Ab 1997 hieß das Unternehmen „FB Fernsehen-Beteiligungs-GmbH“ und war nun ein Tochterunternehmen der neu gegründeten „Ravensburger Film + TV GmbH“;[17][41] 1998 wurde der Sitz von Ravensburg nach München verlegt.[17]

Seit 1986 gibt es ein Tochterunternehmen in Belgien.[23]

1987 wurde das in Ravensburg ansässige von Wolfgang Richard Marchand geführte Unternehmen „Lesen und Freizeit Verlag GmbH“ (L&F) übernommen und in „Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH“ (HRB 687) umbenannt.[42]

Im Dezember 1987 wurde die „Otto Maier Verlag GmbH“ (HRB 619) in die Aktiengesellschaft „Otto Maier Verlag Ravensburg Aktiensgesellschaft“ (HRB 975) umgewandelt,[32][43][44]

Ende 1989 wurden die „Fritz Löhmann Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (HRB 371) in „Ravensburger Spieleverlag GmbH“ sowie die Schweizer „Carlit- und Ravensburger-Spiele Vertriebs AG“ in „Carlit + Ravensburger AG“ umbenannt.[29][45]

Im November 1990[46] wurde der 1959[47]/1964[48] gegründete in Bicester ansässige englische Spiele- und Puzzlehersteller „Michael Stanfield“ übernommen, der seit 1991[23] als Tochterunternehmen im Vereinigten Königreich geführt wird; seit 1996 heißt das Unternehmen „Ravensburger Limited“.[48]

Ravensburger Aktiengesellschaft

Im Februar 1992 wurde die 1969 gegründete GmbH „Ravensburger Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (HRB 122) mit der „Otto Maier Verlag Ravensburg Aktiengesellschaft“ (HRB 975) verschmolzen,[24] im selben Monat wurde die „Ravensburger Verlag GmbH“ (HRB 1277) neugegründet.[49] Im Mai 1992 wurde die „Ravensburger AG“ (HRB 1302) gegründet.[2] Im Dezember dann wurden die „Ravensburger Spieleverlag GmbH“ (HRB 371) in „Ravensburger Spielevertrieb GmbH“ umbenannt sowie die „Ravensburger Freizeit und Promotion-Service GmbH“ (HRB 1354) und die „Ravensburger Spieleverlag GmbH“ gegründet (HRB 1355).[29][50][51] Die Ravensburger Freizeit- und Promotion-Service GmbH bietet neben Sonderfertigungen von Spielen und Puzzles für Industrie und Handel auch einen Animations-Service, Groß- und Gruppenspiele sowie maßgeschneiderte Veranstaltungskonzepte an.[44] Seit Juni 1993 ist die „Ravensburger AG“ als Holding für die Tochtergesellschaften tätig.[2] Der zu Beginn des Jahrhunderts eingeführte Markenname „Ravensburger“ wurde zum Firmennamen.[44]

Ab Dezember 1995 gab es die „Ravensburger Interactive Media GmbH“ durch Umbenennung der „Ravensburger Verlag GmbH“ (HRB 1277), welche u. a. CD-ROMs für Kinder und Jugendliche herausgab.[44] 1996 verschmolz die „Ravensburger Spielevertrieb GmbH“ (HRB 371) mit der „Ravensburger Spieleverlag GmbH“ (HRB 1355).[29][51]

1996 wurde der deutsche Spieleverlag F.X. Schmid („F.X. Schmid Vereinigte Münchener Spielkartenfabrik GmbH & Co.“ in Prien am Chiemsee) mit der 1991 übernommenen Spielkartenfabrik Altenburg GmbH übernommen.[52][53] Die 1977 gegründete „RPS Handels GmbH“ wurde dabei ebenfalls übernommen.[54] Die Spielkartenfabrik Altenburg hatte 1995 mit über 100 Beschäftigten zum ersten Mal positiv abgeschlossen,[53] die deutlich größere Mutter F.X. Schmid machte vor der Übernahme 87 Million DM Umsatz.[53] Die seit 1998 in München bei der Wirtschaftskanzlei Nörr, Stiefenhofer & Lutz ansässige RPS Handels GmbH veröffentlichte 2010 bis 2012 verschiedene Kinderbücher.[55][56]

1996 wurde ein Produktionswerk im französischen Chalon-sur-Saône mit rund 100 Mitarbeitern eröffnet,[57] 1998 wurde die Produktion in Méru geschlossen und nach Chalon-sur-Saône verlagert.[58] 2001 sollte das Werk ebenfalls geschlossen werden.[57]

Ab 1996 beteiligte sich Ravensburger an dem 1993 gegründeten tschechischen Spielehersteller „AC Dino Efekt“,[59] das Unternehmen in Jablonec nad Nisou, an dem Ravensburger mit 50 % beteiligt war, wurde in „Dino + Ravensburger s.r.o.“ umbenannt; 2004 wurde die Zusammenarbeit beendet; seitdem heißt das Unternehmen „Dino Toys“.[59][60][61]

1997 übernahm Ravensburger das 1996 gegründete tschechische Unternehmen „Tofa Games & Puzzles s.r.o.“.[62][23][63] Ab 1998 hieß es „Tofa Polička s.r.o.“,[63] ein Teil der Ravensburger Produktion wird seit 1998 im tschechischen Polička durchgeführt;[64] seit 1999 heißt das Unternehmen „Ravensburger Karton s.r.o.“.[63] 2013 waren ungefähr 150 Mitarbeiter beschäftigt,[64] 2023 durchschnittlich 629.[65]

Im November 1997 wurde die polnische Vertriebsgesellschaft „Toma plus Ravensburger“ als Joint Venture gegründet,[66] an der Ravensburger mit 79 % beteiligt war.[60] Nach der Komplettübernahme 2002[67] wurde sie 2003 liquidiert.[68]

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Eröffnung Ravensburger Spieleland 1998

1997 wurde die „Ravensburger Spieleland Aktiengesellschaft“ (HRB 1799) gegründet,[69] welche 1998 den Freizeitpark Ravensburger Spieleland eröffnete.

1998 wurde der französische Verlag Jeux Nathan, der 1997 einen Umsatz von knapp 100 Millionen DM hatte, übernommen.[70][71] Ravensburger hatte nun fünf französische Tochterunternehmen:[60] „Ravensburger S.A.“ in Chalon-sur-Saône, „Jeux Ravensburger S. A.“ in Attenschwiller, „Jeux Educatifs de France S.A.“ und „Société de Développement de Jeux Educatifs S. A.“ in Paris sowie „Société de Fabrication des Jeux Educatifs et du Matériel Didactique“ in Méru.[60]

Im selben Jahr trennte sich der Ravensburger Buchverlag von seinem Programmbereich Ratgeber um sich ganz auf Kinder- und Jugendbücher zu konzentrieren.[58] Weiter wurde der Geschäftsbereich „Musik & Video“ errichtet;[58] Es gab nun die Geschäftsbereiche „Spieleverlag“, „Buchverlag“, „Multimedia“, „Musik & Video“, „Freizeit- und Promotion-Service“, „Spieleland“ und „RTV“.[58] Die Bereiche „Multimedia“ und „Musik & Video“ wurden 2001/2002 wieder eingestellt.[67]

1999 wurde das in Berlin und Darmstadt ansässige Unternehmen Berliner Spielkarten übernommen;[60][52] seit 1999 gibt es ein Tochterunternehmen in den USA;[23] an dem in Salem, New Hampshire ansässigen Unternehmen „Ravensburger F. X. Schmid USA Inc.“ war Ravensburger mit 85 % beteiligt.[60]

1999 wurde zum ersten Mal in der Firmengeschichte ein Verlust verzeichnet, der 7,4 Millionen DM betrug.[72]

2000 wurden die „Ravensburger Beteiligungs-GmbH“ und die „Ravensburger Holding GmbH & Co. KG“ gegründet.[73][74] Die Holding, bei der die Familienmitglieder Kommanditisten sind,[74] hält eine Mehrheitsbeteiligung an der Ravensburger AG.[67][75] Die Beteiligungs-GmbH ist Geschäftsführer der Holding und wird von Familienmitgliedern geleitet.[73][74]

2002 gab es beim Ravensburger Buchverlag 1.800 lieferbare Titel und beim Ravensburger Spieleverlag 800 lieferbare Produkte (Spiele, Puzzles, Hobbyprodukte).[44] Jährlich erschienen rund 40 neue Spiele, 120 neue Puzzles und 450 neue Kinder- und Jugendbücher auf dem Markt. Ravensburger-Produkte werden in mehr als fünfzig Länder exportiert.

Ende 2002 wurde die „Spielkartenfabrik Altenburg GmbH“ durch den Spielkartenkozern Carta Mundi übernommen.[76]

Seit 2003 gibt es ein Tochterunternehmen in Spanien;[23] seit 2004 gibt es ein Büro Hongkong.[23]

Bis 2005 war Ravensburger mit ca. 90 % Anteilsbesitz Hauptaktionär der RTV Family Entertainment AG, RTV stand dabei für Ravensburger Film + TV. Dieser Anteil wurde 2005 von der österreichischen Film & Medien Beteiligungs-GmbH, Wien (F&M), übernommen. 2007 erwirtschaftete der Verlag mit 1430 Mitarbeitern 290 Millionen Euro Umsatz.[9]

Im Museum Ravensburger kann man seit 2010 die Geschichte des Unternehmens kennenlernen und erfahren, wie Spiele gemacht werden.[77]

Seit 2011 ist Clemens Maier, Sohn von Otto Julius Maier Mitglied des Vorstandes der Ravensburger AG;[2] seit 2017 ist er Vorstandsvorsitzender.[78]

Die Ravensburger Spieleland AG wurde 2012 in die Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH integriert.[79]

Zum 27. Dezember 2012 erwarb Ravensburger für 8,9 Millionen Euro 62 % der Anteile des in Seattle, Washington ansässigen US-amerikanischen Unternehmens „Wonder Forge“ mit 12 Mitarbeitern.[79] Mitte des Jahres 2013 erhöhte sich der Anteil auf 68 %[80] und 2015 auf 100 %.[81] 2017 wurde Wonder Forge in „Ravensburger North America“ umbenannt.[82]

2014 gab es insgesamt 7.000 verschiedene lieferbare Produkte.[23] 2014 wurde bekanntgegeben, dass jährlich 400 neue Bücher, 150 neue Spiele und 500 neue Puzzles herausgegeben werden.[23] 2014 wurde ein zweites Tochterunternehmen Polička, Tschechien gegründet,[23] welches sich seit 2018 in Prag befindet.[75]

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Übernahme Brio 2015

2015 wurde der schwedische Spielzeughersteller Brio und damit auch der zugehörige schwedische Spieleverlag Alga übernommen.[83]

2015 wurde beschlossen strategisch von einer funktionialen auf eine divisionale Organisationsstruktur im Vorstand zu wechseln; seit 2016 gibt es einen eigenen Geschäftsbereich „Nordamerika“.[84]

Das ehemals selbstständige Tochterunternehmen Ravensburger Digital GmbH wurde zum 1. Januar 2017 mit der Ravensburger AG vereinigt.[82]

Im September 2017 wurde der 1985 gegründete US-amerikanische Spieleverlag Thinkfun (Denkspiele wie zum Beispiel Rush Hour) übernommen.[85][82]

2019 wurde eine Reorganisation der Vertriebsstruktur angekündigt.[86] Der Spieleverlag und der Buchverlag wurden zum „Ravensburger Verlag“ zusammengefasst,[51][42] die 1977 eingeführte Trennung der Geschäftsbereiche wieder aufgehoben.

Nach eigenen Angaben ist die Ravensburger AG seit der Gründung 1883 ein Familienunternehmen.[87]

Seit 2020 gibt es eine Niederlassung in Polen.[88]

Im Corona-Jahr 2020 konnte Ravensburger mit 2304 Mitarbeitern den Umsatz um mehr als 20 % auf 632 Millionen Euro steigern;[4] es wurden 25 Millionen Spiele und 28 Millionen Puzzles verkauft.[4]

Seit 2021 gibt es eine chinesische Niederlassung in Shanghai.[89][90][88]

2022 wurde der in der Slowakei ansässige holzverarbeitende Betrieb „Designwood“ übernommen und firmiert nun als „Ravensburger Wood Slovakia“.[91] Bei der polnischen Crowdfunding-Plattform „Gamefound“ investierte Ravensburger 4 Millionen Euro;[92] Ravensburger ist mit 36,4 % an „Gamefound“ beteiligt.[93]

Seit 2023 ist Ravensburger auch in Mexiko vertreten.[94][95]

Stiftung Ravensburger Verlag

Die Stiftung Ravensburger Verlag hat das Ziel, das kulturelle und soziale Umfeld von Kindern und Familien zu stärken. Die gemeinnützige Stiftung wurde im Jahr 2000 durch die Unternehmensgruppe Ravensburger AG und ihre Gesellschafter errichtet. Ihre Zwecke und Projekte orientieren sich an den Zielen und Programmen von Ravensburger: Im Fokus stehen Kinder und Familien, Bildung und Erziehung.[96] Seit 2011 vergibt die Stiftung jährlich zwei mit jeweils 15.000[97] Euro dotierte Preise: Der Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ist ein Literaturpreis für erzählende Prosa in deutscher Sprache, die ein zeitgenössisches Bild der Familie zeichnet. Mit dem sogenannten Leuchtturmpreis Ehrenamt werden Projekte, Institutionen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich im Bereich Bildung und Erziehung für Kinder und Jugendliche vorbildlich engagieren.[98] Mit Kunst.Klasse. (seit 2009), Werk.Klasse. (seit 2016) und Theater.Klasse. (seit 2022) fördert die Stiftung Programme in Schulen, in deren Rahmen Kinder ihre künstlerischen Talente entdecken und entfalten können.[99][100][101]

Marken

Unternehmensstruktur und Geschäftsführung

Zusammenfassung
Kontext

Aktuelle Standorte

Folgende Unternehmen werden aktuell (Stand: 2025) als Standorte bei Ravensburger ausgewiesen:[106]

Deutschland
Europa
Nordamerika
Asien

Geschäftsbereiche und Tochterunternehmen 2018

Vor der Umstrukturierung 2019 wurde zwischen den Geschäftsbereichen Spieleverlag und Buchverlag unterschieden. 2018 bestand die Ravensburger AG aus folgenden Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften:[75]

Unternehmensstruktur in Deutschland seit 1945 (unvollständig)

Gesellschafter der Verlagsbuchhandlung Otto Maier

Folgende Personen waren Gesellschafter der 1893 gegründeten, von 1920 bis 1945 als Offene Handelsgesellschaft geführten Verlagsbuchhandlung „Otto Maier“:

  • Otto Maier sen. (1893–1925)[12]
  • Otto Maier jun. (1920–1945)[10]
  • Karl Maier (1924–1945)[12]
  • Eugen Maier (1924–1945)[12]
  • Helene Maier (1925–?)[13]

Gesellschafter der Kommanditgesellschaft Otto Maier bzw. Otto Maier Verlag

Folgende Personen waren persönlich haftende Gesellschafter der 1945 gegründeten und 1981 aufgelösten Kommanditgesellschaft „Otto Maier“ bzw. „Otto Maier Verlag“ (HRA 20):[16]

Geschäftsführung der Otto Maier Verlag GmbH

Folgende Personen waren Geschäftsführer der 1981 gegründeten und 1987 aufgelösten „Otto Maier Verlag GmbH“ (HRB 619):[32]

Vorstand der Otto Maier Verlag Ravensburg Aktiengesellschaft

Folgende Personen waren im Vorstand der 1987 gegründeten und 1992 aufgelösten „Otto Maier Verlag Ravensburg Aktiengesellschaft“ (HRB 975):[43]

Vorstand der Ravensburger Aktiengesellschaft

Folgende Personen sind oder waren im Vorstand der 1992 gegründeten „Ravensburger Aktiengesellschaft“ (HRB 1302):[2]

  • Otto Julius Maier (1992–1995)
  • Dorothee Hess-Maier (1992–2000, 2000–2002)
  • Armin Boeckeler (1992–1997)
  • Dirk Naumann (1992–1993)
  • Erhard Pohle (1994–2000)
  • Detlev Lux (1997–2002)
  • Frank Mallet (2001–2007)
  • Karsten Schmidt (2002–2017)
  • Jörg Viggo-Müller (2007–2015)
  • Clemens Maier (seit 2011)
  • Florian Knell (2013–2016)
  • Hanspeter Mürle (seit 2015)
  • Susanne Knoche (seit 2025)
  • John Filip Francke (seit 2025)

Geschäftszahlen

Zusammenfassung
Kontext

Bis 2018 wurden die Geschäftsberichte für jeden Interessenten im Internet veröffentlicht.[107]

Weitere Informationen Jahr, Mitarbeiter ...
Geschäftszahlen seit 1993 in Millionen Euro
JahrMitarbeiterUmsatzErgebnisÜberschussQuellen
199318817,34,9[39]
199419416,77,9[39]
19951.500199[53]
19961.823241,711,05,4[108][71]
19971.730249,011,08,0[108][71]
19982.011295,63,01,7[67]
19991.979301,83,1−3,8[67]
20001.862284,4−5,2−14,5[67]
20011.727288,38,05,4[67]
20021.440254,423,29,6Geschäftsbericht 2002[67]
20031.396267,027,614,9Geschäftsbericht 2003[68]
20041.448286,632,226,3Geschäftsbericht 2004[109]
20051.438287,740,929,1Geschäftsbericht 2005[110]
20061.407281,545,630,9Geschäftsbericht 2006[108]
20071.485285,840,025,8Geschäftsbericht 2007[111]
20081.487287,833,624,3Geschäftsbericht 2008[112]
20091.405293,344,734,0Geschäftsbericht 2009[113]
20101.471311,745,935,3Geschäftsbericht 2010[114]
20111.640319,531,924,7Geschäftsbericht 2011[115]
20121.667329,947,933,5Geschäftsbericht 2012[79]
20131.719358,746,233,2Geschäftsbericht 2013[80]
20141.838373,253,137,6Geschäftsbericht 2014[23]
20152.007444,049,833,5Geschäftsbericht 2015[81]
20162.109473,555,632,1Geschäftsbericht 2016[116]
20172.133471,134,723,7Geschäftsbericht 2017[82]
20182.153491,543,731,5Geschäftsbericht 2018[75]
20192.188524,959,439,4[117]
20202.304631,792,057,3[118]
20212.413636,892,464,5[119]
20222.534599,527,621,2[93]
20232.414668,683,943,5[120]
20242.483 v790 v[3]
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Anmerkungen

v 
vorläufige Geschäftszahlen

Ravensburger veröffentlicht meist im Januar vorläufige Geschäftszahlen zum Vorjahr. Im Geschäftsbericht, der dann im April bis Juni veröffentlicht wird, sind dann die Zahlen nach Abschluss des Geschäftsjahres zu finden.

Umsatz nach Regionen

Weitere Informationen Jahr, Gesamt ...
Umsatz nach Regionen 2002 bis 2023 in Millionen Euro
JahrGesamtDeutschlandAuslandEuropa *Übriges AuslandQuellen
2002254,4120,2 (47,2 %)134,2 (52,8 %)119,3 (46,9 %)14,9 (05,9 %)Geschäftsbericht 2002[67]
2003267,0134,0 (50,2 %)133,0 (49,8 %)121,0 (45,3 %)12,0 (04,5 %)Geschäftsbericht 2003[68]
2004286,6144,0 (50,2 %)142,6 (49,8 %)130,7 (45,6 %)11,9 (04,2 %)Geschäftsbericht 2004[109]
2005287,7145,5 (50,6 %)142,2 (49,4 %)128,5 (44,7 %)13,7 (04,8 %)Geschäftsbericht 2005[110]
2006281,5137,3 (48,8 %)144,2 (51,2 %)129,6 (46,0 %)14,6 (05,2 %)Geschäftsbericht 2006[108]
2007285,8142,3 (49,8 %)143,5 (50,2 %)127,9 (44,8 %)15,6 (05,2 %)Geschäftsbericht 2007[111]
2008287,8149,3 (51,9 %)138,5 (48,1 %)101,7 (35,3 %)36,8 (12,8 %)Geschäftsbericht 2008[112]
2009293,3160,8 (54,8 %)132,5 (45,2 %)96,6 (32,9 %)35,9 (12,2 %)Geschäftsbericht 2009[113]
2010311,7165,6 (53,1 %)146,1 (46,9 %)108,0 (34,6 %)38,1 (12,2 %)Geschäftsbericht 2010[114]
2011319,5177,8 (55,6 %)141,7 (44,4 %)104,4 (32,7 %)37,3 (11,7 %)Geschäftsbericht 2011[115]
2012329,9182,0 (55,2 %)147,9 (44,8 %)107,2 (32,5 %)40,7 (12,3 %)Geschäftsbericht 2012[79]
2013358,7186,8 (52,1 %)171,9 (47,9 %)114,9 (32,0 %)57,0 (15,x %)Geschäftsbericht 2013[80]
2014373,2182,6 (48,9 %)190,6 (51,1 %)128,0 (34,3 %)62,6 (16,8 %)Geschäftsbericht 2014[23]
2015444,0189,4 (42,7 %)254,6 (57,3 %)171,7 (38,7 %)82,9 (18,7 %)Geschäftsbericht 2015[81]
2016473,5205,0 (43,3 %)268,5 (56,7 %)180,0 (38,0 %)88,5 (18,7 %)Geschäftsbericht 2016[116]
2017471,1192,8 (40,9 %)278,3 (59,1 %)193,3 (41,0 %)85,0 (18,0 %)Geschäftsbericht 2017[82]
2018491,5200,4 (40,8 %)291,1 (59,2 %)190,1 (38,7 %)101,0 (20,5 %)Geschäftsbericht 2018[75]
2019524,9242,0 (46,1 %)282,9 (53,9 %)[117]
2020631,7279,5 (44,2 %)352,2 (55,8 %)[118]
2021636,8281,4 (44,2 %)355,4 (55,8 %)[119]
2022599,5255,2 (42,6 %)344,2 (57,4 %)[93]
2023668,6261,6 (39,1 %)407,0 (60,9 %)[120]
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bis 2007: Europa ohne Deutschland, ab 2008: EU-Ausland

Produkte (Auswahl)

Zusammenfassung
Kontext

Aktuell erscheinen jedes Jahr weit über 1.000 neue Produkte,[75] darunter 400 Bücher, 150 Spiele und 500 Puzzles.[23] 2014 gab es 7.000 verschiedene Produkte im Bestand.[23]

Puzzles

Jährlich werden in Ravensburg, Polička (Tschechien) und Banská Bystrica (Slowakei) rund 25 Millionen Puzzles hergestellt.[121]

Bücher

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Der Strampelpeter von Karl Waldmann, um 1905

Spiele

Im „Otto Maier Verlag Ravensburg“ bzw. im „Ravensburger Verlag“ erschienen (unvollständig):

Ein- bis dreistellige Nummern (Erstauflage bis ca. 1933)

Jahreszahlen wurden auf den ersten Spielen nicht angegeben, die Artikelnummern scheinen bis ca. 1933 im Wesentlichen aufsteigend vergeben worden zu sein. Neuauflagen von bereits herausgebrachten Spielen erschienen meist unter der Artikelnummer der Erstauflage.[125]

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Spiel 1: Reise um die Erde, 1884
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Spiel 25: Geographisches Geduldsspiel, 1891
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Spiel 79: Das 19. Jahrhundert, 1899
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Spiel 147: Rheinreise, 1907
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Diverse Quartettspiele:
10: Biographiespiel
217: Geographisches Quartettspiel
206: Handwerker Quartett
5534: Der Deutsche Soldat
31: Württembergisches Quartettspiel
243: Kunst-Quartett
16: Literaturspiel
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Spiel 334: Fang den Hut, 1927

Vierstellige Nummern (Erstauflage ca. 1934 bis ca. 1959)

Ab etwa 1934 gab es neben den ein- bis dreistelligen Artikelnummern auch vierstellige, die ersten begannen mit 55, später mit 56. Neuauflagen von bereits veröffentlichten Spielen wurden meist unter der bisherigen ein- bis dreistelligen Nummer veröffentlicht, so wurde 1956 eine Neuauflage des Spiels Reise durch die Schweiz erneut unter der Nummer 23 veröffentlicht.[360]

Spielanleitungen waren bis in die 1930er Jahre meist in Frankturschrift gesetzt. Wahrscheinlich wurde in den 1940er Jahren eine Antiqua-Schrift für die Spielanleitungen eingeführt, die dann auch bei Neuauflagen verwendet wurde.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurden Neuauflagen teilweise dreisprachig (deutsch, englisch, französisch) oder mit dreisprachigen Spielanleitungen herausgegeben.

Von ungefähr 1926 bis 1955 wurde ein Logo mit einem Schattenschnitt eines Mädchens und den Buchstaben „O“ und „M“ in der Spielregel und/oder auf dem Schachtelrand verwendet. Kurze Zeit wurde das Logo auch auf der Spielschachtel verwendet, wobei dann das Logo kreisrund mit dem Text „Ravensburger Spiele“, „Otto Maier Verlag“ umschlossen wurde.[361]

Kurz wurde dann ein Logo mit einem stilisierten Mädchen verwendet. Ab etwa 1957 wurden die Spiele auf der Spielschachtel mit einem zweifarbigen Logo in Form eines Dreiecks rechts unten mit der Inschrift „Ravensburger Spiele“ und dem stilisierten Mädchen versehen. Hier wurden unterschiedliche Farben verwendet, z. B. Weiß auf Schwarz, Weiß auf Gelb,[362] Blau auf Weiß[363], Weiß auf Blau[364] usw. Bei den schwarz-weißen Spielanleitungen wurde dieses Logo mit schwarzem Dreieck und weißer Schrift verwendet. Auf dem Rand der Schachtel hingegen wurde nur das Logo mit dem stilisierten Mädchen verwendet.[365]

Ab etwa 1955 scheinen Nummernkreise für neue Spiele eingeführt worden zu sein: Neue Kartenspiele ab Nr. 5700, Brettspiele ab Nr. 5900, Legespiele ab Nr. 6200, Beschäftigungsspiele ab Nr. 6300.

1960er

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Cartino, 1969

Ab etwa 1960 gab es eine Reform der Artikelnummern. Statt der bisherigen ein- bis vierstelligen Nummern wurden für alle Produkte der Marke „Ravensburger Spiele“ neue fünfstellige Nummern eingeführt. Hierbei gab es verschiedene Nummernkreise: 11.XXX für große Spiele[512] und 12.XXX für Spielesammlungen.[512] Im Nummernkreis 13.XXX wurden u. a. die Doppelspiele Go + Gobang[513] und Dame + Mühle[514] veröffentlicht. Im Nummernkreis 14.XXX wurden u. a. Zauberkästen von Martin Michalski,[515][516] aber auch die Neuauflage des Spiels 468 Hallo Taxi[517] oder das 1969 erschienene Spiel Cartino veröffentlicht.[518] Im Nummernkreis 15.XXX wurden Legespiele (Lotto, Memory, ab 1964 auch Puzzles[519]) und im Nummernkreis 16.XXX verschiedene Kartenspiele veröffentlicht.[520][435][521] Im Nummernkreis 17.XXX wurde u. a. das Beschäftigungsspiel „Wir bauen ein Vogelfutterhaus“ veröffentlicht.[520] Im Nummernkreis 18.XXX gab es u. a. Bastel-Produkte aus der Reihe „Ravensburger Hobby“.[522][520]

1970er

Seit etwa 1974 wird im Allgemeinen, auch bei Neuauflagen, das blaue Dreieck mit dem Wort „Ravensburger“ als Logo auf der Schachtel verwendet.

1980er

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Kuhhandel, 1985
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Hol’s der Geier, 1988

1990er

2000er

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Diverse Spiele, 2011

2010er

2020er

Millionen-Seller

In den 1950er Jahren war das 1927 veröffentlichte Spiel Fang den Hut das erste Spiel, welches eine Million Mal verkauft wurde.[548]

Seitdem wurden mehrere Spiele millionenfach verkauft, zum Beispiel:

Spieleserien

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Spieleserien und -Marken erstellt:

  • alea (ab 1999; Strategiespiele für Erwachsene)
  • Casino-Serie (1972–1976)[556][557]
  • ELO-Spiele (1929–1932/34?)[157]: 30 Spiele, welche nach dem Erfolg von Fang den Hut vom Bauhaus-Grafiker Fritz Ehlotzky gestaltet und teilweise erfunden wurden.[558] 1931 wurden 12 Spiele in günstiger Preislage veröffentlicht.[334] Spielanleitung in Antiqua statt Fraktur.
  • Think (1997–2009?)[559]
  • Traveller-Serie (1972–1978)[560]

alea

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Die Fürsten von Florenz, 2000

Unter der 1999 eingeführten Marke „alea“ erschienen:

Große Schachtel (1999–2018)[561]

Kleine Schachtel (2001–2004)[561]

  • 01: 2001: Wyatt Earp
  • 02: 2001: Royal Turf
  • 03: 2002: Die sieben Weisen
  • 04: 2003: Edel, Stein & Reich
  • 05: 2004: San Juan

Mittlere Schachtel (2005–2014)[561]

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Louis XIV, 2005
  • 01: 2005: Louis XIV
  • 02: 2005: Palazzo
  • 03: 2006: Augsburg 1520
  • 04: 2008: Wie verhext!
  • 05: 2009: Alea iacta est
  • 06: 2010: Glen More
  • 07: 2011: Artus
  • 08: 2012: Vegas bzw. Las Vegas
    • 08 1/2: 2014: Las Vegas Boulevard, Erweiterung zu Las Vegas
  • 09: 2012: Saint Malo
  • 10: 2014: La Isla
  • 11: 2014: San Juan, überarbeitete Neuauflage

Kompakte Schachtel (2016–2018)[561]

2009 erschien zum zehnjährigen alea-Jubiläum „Die Schatzkiste“ mit zehn Mini-Erweiterungen zu sechs alea-Spielen.[561]

2018/2019 wurden die Schachtelgrößen geändert und die Nummerierung jeweils wieder bei 1 begonnen. Neben Neuauflagen zu bereits veröffentlichten alea-Spielen erschienen ab 2018:[561]

  • 2018: The Rise of Queensdale
  • 2020: The Castles of Tuscany
  • 2020: Dungeons, Dice & Danger

Traveller-Serie

1972 bis 1978 erschienen 20 verschiedene Spiele in der Traveller-Serie:[560]

  • 1972: Reversi
  • 1972: Isola
  • 1973: 3x16
  • 1973: Banda
  • 1973: Bon Voyage
  • 1973: Quadrata
  • 1973: Schaska
  • 1973: Go + Gobang
  • 1974: Domicolor
  • 1974: Miracle
  • 1974: Traveller Memory
  • 1974: Hepta
  • 1974: Sogo
  • 1975: Peggino
  • 1975: Wörterklauer
  • 1976: Tri-o-tri-x
  • 1976: Racko
  • 1976: Tangram
  • 1977: Über Bord
  • 1978: Alcazar

Computerspiele

Computerspiele erschienen bis 2002 unter der Tochtergesellschaft Ravensburger Interactive Media GmbH bzw. deren Label Fishtank Interactive, bevor das Unternehmen sich entschloss, seine Geschäftsaktivitäten in diesem Bereich einzustellen.[68] Von 2009 bis 2017 wurden Apps für Smartphones und Tablets vom Tochterunternehmen Ravensburger Digital GmbH veröffentlicht, bevor man sich entschloss, diese Sparte als Digital-Abteilung in die Ravensburger AG einzugliedern.[562]

Auszeichnungen

Mehrfach wurden Spiele von Ravensburger vom Verein Spiel des Jahres ausgezeichnet oder erreichten den ersten Platz beim Deutschen Spielepreis.

Mit dem Preis Spiel des Jahres ausgezeichnete Spiele:

Mit dem Preis Kinderspiel des Jahres ausgezeichnete Spiele:

Mit dem Preis Kennerspiel des Jahres ausgezeichnete Spiele:

Mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnete Spiele:

Trivia

Im Jahre 2016 stellte Ravensburger mit Unvergessliche Disney Momente das – zu diesem Zeitpunkt – größte kaufbare Puzzle der Welt vor. Es stellt zehn verschiedene Disney-Geschichten dar (u. a. Peter Pan und Das Dschungelbuch) und besteht aus 40.320 Teilen bei einer Größe von 6,80 × 1,92 Metern.[563]

Literatur

  • Der Enkel oder Mister Ravensburger fängt den Hut. Eine Unternehmergeschichte. Otto Julius Maier im Gespräch mit Andrea Reidt. Sagas-Edition, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-944660-01-1. Leseprobe (Seiten 27–40)
  • Peter Eitel: Maier, Otto Robert. In: Maria Magdalena Rückert (Hrsg.): Württembergische Biographien unter Einbeziehung hohenzollerischer Persönlichkeiten. Band I. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-018500-4, S. 169f. (E-Text)
  • Andreas Pollitz: 1883–1983. Hundert Jahre Otto Maier Verlag Ravensburg. Teils erkundet, teils erlebt und danach dargestellt von Andreas Pollitz. Maier, Ravensburg 1983, ISBN 3-473-91941-1
  • Otto Rundel u. a.: Otto-Maier-Verlag Ravensburg 1883–1983. 100 Jahre Verlagsarbeit. Maier, Ravensburg 1983, ISBN 3-473-91931-4
Commons: Ravensburger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

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