Kleistau

Ortsteil von Dähre Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Kleistau ist ein Ortsteil der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Gemeinde Dähre ...
Kleistau
Gemeinde Dähre
Koordinaten: 52° 49′ N, 10° 53′ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 1,87 km²[1]
Einwohner: 23 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1939
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039031
Thumb
Kleistau (Sachsen-Anhalt)
Lage von Kleistau in Sachsen-Anhalt
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Geographie

Das Rundplatzdorf Kleistau liegt in der Altmark, drei Kilometer nordwestlich von Dähre am Grabower Graben, der in die Salzwedeler Dumme mündet.[3]

Geschichte

Zusammenfassung
Kontext

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1443 wird das Dorf als villa Klestene in einer Urkunde erwähnt, in der Bischofs Johann von Verden der Propstei Dähre ihre Besitzungen bestätigt.[4] Weitere Nennungen sind 1456 Clestowe, 1477 Clestou, 1487 schlestow und 1687 Clestow, Kleistow.[1]

Das Dorf gehörte vor 1477 den von dem Knesebeck der Herrschaft Langenapel.[5] Nach Teilungen in der Familie im Jahre 1608 gehörte es in Teilen von dem Knesebeck zu Langenapel und von dem Knesebeck zu Wittingen. Im Jahre 1686 gehörte das Dorf der Herrschaft Langenapel.[1]

Am 3. Oktober 1961 wurde eine Familie aus Kleistau in eine andere Gegend im Bezirk Magdeburg zwangsausgesiedelt. Das geschah auch in vielen Nachbardörfern im damaligen Grenzgebiet.[6]

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann erkennt eine slawische Herkunft des Namens und meint, er könnte abgeleitet werden von „klist, kleist, kleitsch“ für „Zeche, Holzbock“ oder von „klet, kleitz, clitzie“ für „Wachholder, Knieholz“. Er übersetzt zu „Zechennest oder Wachholdernest“.[7] Zeche ist eine andere Bezeichnung für das Insekt Zecke.

Aleksander Brückner erkennt im Ortsnamen das altslavische Wort „klêšta“ für „Zange“.[8]

Eingemeindungen

Kleistau gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Diesdorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.[1]

Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Kleistau in die Gemeinde Dähre eingegliedert.[9]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
173420
177445
178942
179838
180137
181849
Jahr Einwohner
184051
186448
187155
188553
1892[00]49[10]
189549
Jahr Einwohner
1900[00]44[10]
190547
1910[00]41[10]
192553
2015[00]25[11]
2018[00]22[11]
Jahr Einwohner
2020[00]23[12]
2021[00]23[12]
2022[00]23[13]
2023[0]23[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1925:[1]

Religion

Die evangelischen Christen aus Kleistau gehören zur Kirchengemeinde Dähre, die zur Pfarrei Dähre gehörte[14] und heute betreut wird vom Pfarrbereich Osterwohle-Dähre im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ein Wirtschaftshof steht unter Denkmalschutz.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1196–1198, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 136 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 337, 92. Kleistau (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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