Jan Boomers

deutscher Maler, Graphiker und Radierer Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Jan Boomers (* 27. August 1927 in Eindhoven; † 1. Januar 1999 in Solingen) war ein deutscher Maler, Graphiker und Radierer.

Leben und Werk

Zusammenfassung
Kontext

Jan Boomers wurde 1927 als Sohn von Erich und Johanna Boomers in der niederländischen Stadt Eindhoven geboren. Er besuchte ab dem Jahr 1940 ein Priesterseminar in Tilburg. Jedoch verließ er das Kloster 1942 im Alter von 15 Jahren wieder. Zurück in Eindhoven besuchte er das St. Joris College und die Kunstakademie, um sich dort mit der Malerei auseinanderzusetzen. Er gehörte zu einer Gruppe junger Künstler, die nach dem Zweiten Weltkrieg neue Wege des künstlerischen Ausdrucks suchten und die bisherige Malerei in Frage stellten.

Boomers besaß wie sein Vater die deutsche Staatsangehörigkeit, weshalb er 1947 nach Deutschland ausgewiesen wurde. Er floh allerdings kurz darauf wieder nach Holland. Die Familie Boomers war seit 1895 in Solingen ansässig und sein Vater war gebürtiger Solinger. Da seine Familie in Solingen ums Überleben kämpfte, pendelte er zwischen Deutschland und Holland hin und her, um Lebensmittel zu besorgen. Schließlich lernte er 1948 seine spätere Ehefrau Ruth Möhring (24. März 1928 – 29. November 2021)[1] kennen und beschloss in Solingen zu bleiben.

In den folgenden Jahren durchlebte er eine wechselvolle Existenz mit Arbeiten, die er aber nie als Berufung, sondern eher als Jobs verstand. 1961 wurde sein Sohn Jan geboren. In dieser Zeit schuf er Tausende von Zeichnungen und Bildern. In den sechziger Jahren begann er, in Einzelausstellungen seine Arbeiten zu zeigen. Bald schon stellte er nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch im europäischen Ausland aus. Ende der siebziger Jahre zählte er zu den meist ausgestellten Künstlern deutscher Gegenwartskunst. In über 300 Einzelausstellungen wurde sein bildnerisches Schaffen in Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und Österreich gezeigt. Er war auf Kunstmessen und Biennalen in Basel, Berlin, Cleveland, Düsseldorf, Hamburg, Ibiza, Köln, London und Paris vertreten und nahm an Ausstellungen des Goethe-Instituts in Afghanistan, Iran und Pakistan teil.

Seit den siebziger Jahren lehrte Jan Boomers an der VHS in Solingen und Hilden/Haan und gab jährlich Radierseminare in Berlin, Kiel und Ahaus. Zu Beginn der neunziger Jahre hatte er mehr als 200 Schüler pro Semester und veranstaltete darüber hinaus Kunstreisen nach Holland, Belgien und Frankreich. 1986 reiste er im Rahmen der Solinger Städtefreundschaft als einer der ersten Bürger nach Jinotega in Nicaragua, um ein Jahr später in Managua, Matagalpa und Jinotega auszustellen. Gleichzeitig schuf er in Jinotega ein großes Wandgemälde, das bis heute erhalten ist. Im Rahmen der Freundschaft zwischen Solingen und Jinotega entwickelte er gemeinsam mit Hans-Werner Bertl eine jährliche Kunstauktion, deren Einnahmen sozialen und ökologischen Projekten für die Menschen in und aus Jinotega zugutekommen. Die Kunstauktion wird bis zum heutigen Tage einmal jährlich durchgeführt.[2]

1987 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Paris für sein grafisches Werk.

In Solingen entwickelte er das „Solinger Kindermalfest“, in der von ihm erfundene Geschichten die Kreativität der Kinder freisetzen sollen. Von 1986 bis 1998 führte er das Kindermalfest mit großem Erfolg durch, seit 1999 wird es in seiner Tradition von jungen Künstlerkolleginnen und -kollegen fortgeführt. Seine Liebe zur künstlerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen führte ihn auch zu mehreren Malaktionen im öffentlichen Raum. Beispielhaft seien hier die Aktionen in den Fußgängertunneln an der Konrad-Adenauer-Straße und an der Unnersberger Allee, im Musikpavillon im Walder Stadtpark sowie in verschiedenen Schulen genannt.[3] Der Tunnel an der Konrad-Adenauer-Straße in der Nordstadt wurde inzwischen verschlossen, aber die gemeinsam mit Solinger Kindern erstellten Wandbilder blieben im verschlossenen Tunnel teilweise erhalten.

Infolge seiner Vielseitigkeit hinterlässt Boomers ein umfangreiches Werk. Einer seiner Schüler ist der Graphiker und Radierer Hans-Joachim Uthke. Als persönlich stilbildend erscheint häufig die schwarz umrahmende Linie monochrom farbiger Flächen.[4]

Literatur

  • Jan Boomers – Meine Bilder, das bin ich. Museum Baden, Solingen-Gräfrath 1997.

Einzelnachweise

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