Haptophyta

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Haptophyta

Die Haptophyta (früher auch Prymnesiophyta genannt) sind überwiegend marin-planktonisch lebende, komplexe einzellige Algen. Die Gruppe gehörte in vorigen Systematiken innerhalb der Diaphoretickes entweder zu den Harosa (alias Sar) oder zu den Hacrobia.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Haptophyta

Falschfarbenbild von Gephyrocapsa oceanica, einer Vertreterin der Untergruppe Coccolithophyceae
(Die Länge des weißen Striches entspricht 1 µm)

Systematik
Domäne: Eukaryota
ohne Rang: Diaphoretickes
ohne Rang: Haptista
Abteilung: Haptophyta
Wissenschaftlicher Name
Haptophyta
D. J. Hibberd, 1976
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Pavlova sp., Pavlovophyceae

In der 2019 erschienenen Systematik von Adl et al. gehört Haptophyta mit Centroplasthelida (u. a. auch Centrohelida genannt) zusammen zu den Haptista, die die Schwesterklade der Tsar bilden.[1]

Eigenschaften

Zusammenfassung
Kontext

Die gelben, gelbbraunen oder braunen Chloroplasten enthalten Chlorophyll a und c, β-Carotin und Xanthophylle. Als Reservestoffe werden Chrysolaminarin, Öl und selten auch Paramylon (auch als Paramylum bezeichnet) abgelagert. Die Chloroplasten befinden sich in einer Falte des Endoplasmatischen Reticulums. Die Chloroplasten ähneln denen der Heterokonten, der übrige Zellaufbau weicht jedoch von diesen ab, weshalb die Haptophyta heute systematisch von den Heterokonta getrennt werden.

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Emiliania huxleyi-Blüte vor der Küste von Cornwall verursacht Türkisfärbung des Wassers

Begeißelte Zellen verfügen über zwei meist gleich lange oder nur wenig unterschiedlich lange Geißeln (isokonte Begeißelung). Die Geißeln sind nicht wie bei den Heterokonta mit Flimmerhaaren besetzt, sondern mit submikroskopischen Schüppchen oder Knoten. Im Gegensatz zu den Heterokonten besitzen die Geißeln auch keine geschwollene Basis (Geißelschwellung).

Neben den Geißeln besitzt jede Zelle ein Haptonema. Es ist ein fadenförmiges Anhängsel, das der Anheftung dient. Der Aufbau ähnelt oberflächlich dem einer Geißel, im Querschnitt befinden sich jedoch sechs oder sieben sichelförmig angeordnete Mikrotubuli.

Die Zellen sind außen mit Schuppen aus Polysacchariden (meist Cellulose), die in Golgi-Vesikeln gebildet und anschließend an der Zelloberfläche abgelagert werden, besetzt. Bei der Ordnung Coccolithales sind die äußeren Schuppen verkalkt und werden Coccolithen genannt. Die Funktion der Coccolithen ist bislang nur unzureichend bekannt. Vermutet werden u. a. Fraßschutz, Auftriebsregulation, Lichtzuführung oder Kalzifikation zur Unterstützung der Photosynthese. Teilweise ist auch ein Augenfleck, wie bei den Goldalgen und den Euglenozoa vorhanden.

Obwohl Vertreter der monadalen Organisationsstufe überwiegen, kommen auch capsale, kokkale und trichale Vertreter vor. Manche Arten besitzen einen heteromorphen Generationswechsel, d. h. die verschiedenen Generationen sind äußerlich gut unterscheidbar. Bei diesen Kalkalgen wechselt eine diploide (mit doppelten Chromosomensatz) Generation, bei der die Algen Flagellen besitzen und im Plankton leben, mit einem haploiden Stadium (mit einfachem Chromosomensatz), in dem sie benthisch, d. h. auf dem Meeresboden, leben.

Vorkommen

Nur wenige Arten leben im Süßwasser, die meisten Arten leben planktonisch im Meer. Sie können in sehr großen Mengen auftreten und einen wesentlichen Teil des Meeresplanktons bilden. Somit spielen die planktonischen Haptophyten eine bedeutende Rolle als Primärproduzenten im Meer. Einige Arten sind kosmopolitisch verbreitet, die Mehrheit kommt allerdings in den Meeren der gemäßigten Breiten vor. In besonders großen Mengen tritt die kosmopolitisch verbreitete Coccolithales-Art Gephyrocapsa huxleyi auf. Sie zählt zu den wichtigsten Produzenten von biogenem Calciumcarbonat und kann großräumige Algenblüten verursachen.

Haptophyten treten auch als Symbionten auf, so als Zooxanthellen in Acantharien.[2]

Systematik

Ihre systematische Stellung war lange unklar, sie wurde mittlerweile durch molekularbiologische Methoden weitgehend überarbeitet und geklärt.[3][4] Die Abteilung wird in folgende Klassen eingeteilt:

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Illustration Prymnesiophyceae und Pavlova (Pavlovophyceae)
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Illustration Papposphaera (Haptophyta incertae sedis)

Literatur

  • N. Daugbjerg, R.A. Andersen: Phylogenetic analysis of the rbcL sequences from haptophytes and heterokont algae suggest their chloroplasts are unrelated. In: Molecular Biology and Evolution. Band 14, 1997, S. 1242–1251, doi:10.1093/oxfordjournals.molbev.a025733, PMID 9402734 (englisch).
  • A. Houdan, A. Bonnard, J. Fresnel, S. Fouchard, C. Billard, I. Probert: Toxicity of coastal coccolithophores (Prymnesiophyceae, Haptophyta). In: Journal of Plankton Research. Band 26, 2004, S. 875–883, doi:10.1093/plankt/fbh079 (englisch).
  • Christian van den Hoek, Hans M. Jahns, David G. Mann: Algen. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 1993, ISBN 3-13-551103-0.
  • M. D. Guiry: Phylum Haptophyta. In: M. D. Guiry, G. M. Guiry (Hrsg.): AlgaeBase. National University of Ireland, Galway 22. Juni 2021 (englisch, algaebase.org [abgerufen am 14. März 2023]).

Einzelnachweise

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