Forchheim (Pockau-Lengefeld)

Ortsteil von Pockau-Lengefeld im Erzgebirgskreis, Sachsen Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Forchheim ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Pockau-Lengefeld im Erzgebirgskreis.

Schnelle Fakten Stadt Pockau-Lengefeld ...
Forchheim
Koordinaten: 50° 43′ N, 13° 17′ O
Höhe: 527 m
Fläche: 12,62 km²
Einwohner: 569 (15. Jan. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Eingemeindet nach: Pockau
Postleitzahl: 09509
Vorwahl: 037367
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Forchheim (Sachsen)
Lage von Forchheim in Sachsen
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Geografie

Lage

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Schloss Niederforchheim (2006)

Das Waldhufendorf Forchheim liegt etwa 4 Kilometer nordöstlich von Pockau im Erzgebirge. Nordwestlich der Ortsmitte liegt die Talsperre Saidenbach, nördlich die Vorsperre Forchheim. Durch den Ort führt die Bundesstraße 101 Annaberg-BuchholzFreiberg, über weitere Straßen bestehen Verbindungen nach Görsdorf, Haselbach, Hutha und Wernsdorf. Die zu Forchheim gehörige Siedlung "Neusorge" liegt südlich des Orts. Sie wird durch die Zoblitz, einem Zufluss der Flöha von der zu Olbernhau gehörigen Siedlung Hutha getrennt.

Nachbarorte

Lippersdorf Mittelsaida Niedersaida
Görsdorf Thumb Haselbach
Pockau Wernsdorf Hutha

Geschichte

Zusammenfassung
Kontext
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Rittergut Niederforchheim (um 1860)
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Rittergut Niederforchheim (2015)
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Rittergut Oberforchheim (um 1860)

Ortsgeschichte

In einer Urkunde von 1299 wird ein Herrensitz eines Wernerus de Wrcheim genannt, 1428 schreibt man den Ortsnamen Vorcheym[2]. 1558 wurde das Herrenhaus des „niederen Rittergutes“ (Schloss) mit Renaissanceportal errichtet. Die Grundherren von Berbisdorf ließen sich 1559 in Forchheim nieder. 1576 erfolgte die Teilung des Ortes (Berbisdorfer Erbteilung) zwischen den Brüdern Christoph und Haubold, die Grenze bildete der Dorfbach. 1818 wurden Nieder- und Oberforchheim versteigert. Unter Gustav Heinrich Freiherr von Biedermann war das Rittergut Niederforchheim ab Juli 1819 Sitz Amtshauptmannschaft des dritten erzgebirgischen Kreises. 1844 wurden die Häuser von Neusorge und Drachenwald im Südosten Forchheim zugeordnet. Ein Schulneubau für den ganzen Ort wurde 1889 errichtet. Bereits 1913 wurde eine elektrische Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen. Die Rittergutsbezirke wurden 1924 der Gemeinde zugeordnet. 1925 erfolgte der Bau der Zoblitzbrücke, die Neusorge und Hutha seitdem verbindet. In den Jahren 1929 bis 1933 erfolgte der Bau der Saidenbachtalsperre, wofür einige Gebäude im Einzugsbereich abgebrochen werden mussten. Zwischen 1972 und 1976 wurde die Vorsperre Forchheim gebaut.

Zum 1. März 1994 wurde Forchheim nach Pockau eingemeindet.[3]

Entwicklung der Einwohnerzahl

Weitere Informationen Jahr, Einwohnerzahl ...
JahrEinwohnerzahl[2]
155234 besessene Mann, 3 Häusler, 50 Inwohner
1764 17 besessene Mann, 28 Häusler, 11 ½ Hufen
1764 219 besessene Mann, 13 Gärtner, 20 Häusler, 13 ¼ Hufen
1834 1623
1834 2570
1834 320
JahrEinwohnerzahl
18711.437
18901.373
19101.205
19251.184
19391.120
19461.241
JahrEinwohnerzahl
19501.261
19641.020
1990841
1993826
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1 
Niederforchheim
2 
Oberforchheim
3 
Neusorge mit Drachenwald

Kirche Forchheim

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Kirche Forchheim
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Forchheim, George-Bähr-Kirche mit Silbermann-Orgel

Mit Dörnthal besteht ein Schwesterkirchenverhältnis, eingepfarrt sind die Orte Görsdorf, Haselbach und Wernsdorf.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Nieder-Forchheim und Ober-Forchheim. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 7. Band. Schumann, Zwickau 1820, S. 216–219.
  • Die Parochie Forchheim. in: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, S. 235–288 (Digitalisat)
  • Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1–3)
  • Richard Steche: Forchheim. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 5. Heft: Amtshauptmannschaft Marienberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 3.
  • Günther Franze: 750 Jahre Forchheim: Chronik eines Erzgebirgsdorfes. Pockau 2000. DNB 1100066977
  • Wolfgang Matthes: Festschrift zur 750-Jahr-Feier von Forchheim: Festwoche vom 23.6.–02.07.2000. Forchheim 2000. DNB 1077116829
  • Mirko Steiner: Familien der Kirchgemeinde Forchheim im Erzgebirge mit Regesten und mit den eingepfarrten Orten Gorsdorf, Haselbach und Wernsdorf. Weißenthurm: Cardamina 2018
Commons: Forchheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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