Evgeny Morozov

belarussischer Kulturkritiker, spezialisiert auf die Auswirkungen des digitalen Fortschritts Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Evgeny Morozov

Evgeny Morozov (belarussisch Яўген Марозаў Jauhen Marosau; russisch Евгений Морозов Jewgeni Morosow; * 1984 in Salihorsk) ist ein belarussischer, in englischer Sprache veröffentlichender Publizist. Er beschäftigt sich mit politischen und sozialen Auswirkungen von Technik.

Schnelle Fakten Kyrillisch (Belarussisch), Kyrillisch (Russisch) ...
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Kyrillisch (Belarussisch)
Яўген Марозаў
Transl.: Jaŭhen Marozaŭ
Transkr.: Jauhen Marosau
Kyrillisch (Russisch)
Евгений Морозов
Transl.: Evgenij Morozov
Transkr.: Jewgeni Morosow
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Leben

Mit einem Stipendium des Open Society Institute von George Soros zog Morozov nach Bulgarien und arbeitete auch in Berlin.

Morozov ist Fellow der New America Foundation und forscht derzeit an der Harvard University über die Geschichte des Internets (Stand 2016).[1] Zuvor war er Yahoo-Fellow an der Edmund A. Walsh School of Foreign Service der Georgetown University. Im Juli 2009 sprach er auf der TED Conference.[2]

2023 veröffentlichte er den Podcast The Santiago Boys (angelehnt an Chicago Boys), der die technischen und ökonomischen Überlegungen Salvador Allendes, Fernando Flores und Stafford Beers um das Projekt Cybersyn ausführt.[3] 2024 widmete er eine weitere Podcast-Reihe dem Environmental Ecology Lab (EEL), das alternative Wege der Entwicklung künstlicher Intelligenz und menschlicher Augmentation verfolgte.[4] Das Labor um den Familientherapeuten und Kybernetiker Warren Mortimer Brodey war bereits Forschungsthema der 2018 veröffentlichten Dissertation Morozovs an der Harvard-Universität.[5]

Er ist Teil der neuen Planungsdebatte und publiziert zur Plausibilität sozialistischer Wirtschaftsmodelle angesichts Big Data.[6]

Positionen

Er kritisiert die Naivität der Annahme, das Internet sei per se demokratisch und bringe politischen Wandel in autoritäre Staaten. Vielmehr müsse die Lieferung von Überwachungs­technologie an repressive Regimes wie Waffenhandel betrachtet werden.[7]

Morozow ist überzeugt, dass die COVID-Pandemie uns in eine düstere Zukunft einer techno-totalitären Überwachung führe. Basierend auf dem in seinem Buch »Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen« entwickelten Konzept des »Solutionismus« unterscheidet er in »progressive Solutionisten«, die die während der Pandemie geschaffenen Lösungen für eine angemessene Vermittlung von Information zum Wohlverhalten der Menschen einsetzen wollen, und »strafende Solutionisten«, die die riesige geschaffene digitale Infrastruktur nutzen wollen, um unsere täglichen Aktivitäten einzuschränken und Übertretungen zu strafen, um Probleme von Ungleichheit bis zum Klimawandel zu bekämpfen.[8]

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Bücher

  • The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom. Perseus Book Group, Philadelphia 2011, ISBN 978-1-58648-874-1.
  • To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism. PublicAffairs, 2013, ISBN 978-1-61039-138-2.
  • Smarte neue Welt. Digitale Technik und die Freiheit des Menschen. Blessing, München 2013, ISBN 978-3-89667-476-0.

Kolumnen

Interviews

Artikel

Commons: Evgeny Morozov – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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