Gerald Woehl

deutscher Orgelbauer Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gerald Woehl (* 1940) ist ein deutscher Orgelbauer und Restaurator für Musikinstrumente.

Leben

Zusammenfassung
Kontext

Gerald Woehl – Sohn des Komponisten Waldemar Woehl – stammt in der dritten Generation aus einer Musikerfamilie. Er wuchs bei Wasserburg am Inn auf und erlernte den Orgelbau bei Wagner & Vier (1956–1959) und bis 1964 bei Haerpfer & Erman in Boulay-Moselle. Dort lernte Woehl bei Walter Haerpfer, dem künstlerischen Leiter der Manufacture de Grand-Orgues de la Lorraine, den französischen Orgelbau kennen. Anschließend erfolgte die Meisterprüfung (1964–1966).[1] Die Konstruktion symphonischer Orgeln studierte er bei Georges Lhôte, einem freischaffenden Orgelbauer. Sein Lehrer für Zeichnen, Malen und Bildhauerei war Günter Späth. Neben Orgelneubauten restaurierte Woehl zahlreiche historische Orgeln.

Woehl lebt seit 1966 in Marburg an der Lahn, wo er seitdem eine Orgelbauwerkstatt betreibt. 1985 erfolgte der Umzug aus der Ziegelstraße in das denkmalgeschützte Areal Schwanhof.[2] Daneben gründete er 1982 mit der Restauratorin, Cembalo- und Klavierbauerin Monika May eine Restaurierungswerkstätte für historische Tasteninstrumente.[3] Seit 2003 hat Woehl außerdem ein Atelier im Garten Sanssouci in Potsdam. Seit 2014 ist der Sohn Claudius MayWoehl Mitarbeiter und seit 2016 Mitinhaber in der Orgelbauwerkstatt, in der seit 2017 unter dem Namen Woehl-Orgel-Projekte GmbH Orgelneubauten geplant und ausgeführt werden.[4]

Mitgliedschaft

Werkliste (Auswahl)

Zusammenfassung
Kontext

Bis 1990 umfasst die Werkliste 69 Neubauten und 46 Restaurierungen.[1]

Weitere Informationen Jahr, Ort ...
JahrOrtGebäudeBildManualeRegisterBemerkungen
1968 Albshausen Ev. Kirche I 5 Brüstungsorgel
1969 Berghausen Ev. Kirche Thumb II/P 11 opus 1
1972 Bottendorf Martinskirche
Thumb
II/P 15
1976 Marburg Kirche Sankt Johannes Evangelist
Thumb
IV/P 38
1981 Iba (Bebra) Jakobuskirche I/P 9 Restaurierung der Barockorgel von Johann Eberhard Dauphin (1715)
1984 Heidelberg Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg II/P 18 Ursprünglich erbaut für die Konviktkapelle des Erzbischöfliches Studienheim St. Fidelis zu Sigmaringen, 2015 nach Heidelberg transloziert, → Orgel
1984 Viersen St. Remigius
Thumb
IV/P 53 Orgel
1986 Münster-Hiltrup Christuskirche Thumb II/P 18 Orgel
1987 Kloster Banz St. Dionysius und St. Petrus Thumb II/P 35 Rekonstruktion
1988 Mannheim-Neckarstadt-West Herz-Jesu-Kirche Thumb IV/P 36 erste Orgel Woehls im französisch-romantischen Stil; 2013 um zwei Pedalregister erweitert
1984–1989 Friedrichshafen St. Nikolaus Thumb III/P 47 Orgel
1990 Bad Homburg vor der Höhe Erlöserkirche (Bachorgel) Thumb II/P 31 Nach einer Disposition von Johann Sebastian Bach (in Emporenbrüstung) → Orgel[5]
1993 Cuxhaven St.-Petri-Kirche Thumb III/P 49
1994 Prien am Chiemsee Mariä Himmelfahrt Thumb III/P 50 Prospektteile von Johann Christoph Egedacher (1738), Rückpositiv neu
1997 Friedrichshafen St. Petrus Canisius Thumb III/P 57 Orgel
1999 Hildesheim St. Michael Thumb III/P 69
1999 Sendenhorst St. Martin Thumb III/P 46 im französisch-romantischen Stil[6]
2000 Leipzig Thomaskirche (Bachorgel)
Thumb
IV/P 61 Orgel der Thomaskirche (Leipzig)
2002 Linz Stadtpfarrkirche III/P 50 Orgel
2003 München Herz-Jesu-Kirche Thumb III/P 61 Orgel
2004 Potsdam-Sanssouci Friedenskirche Thumb III/P 48 Orgel
2006 Oppenheim Katharinenkirche
Thumb
III/P 52 Übernahme von 17 Registern aus der Vorgängerorgel von Eberhard Friedrich Walcker (1871) → Orgel
2008 Kiel Bach-Saal im Musikwissenschaftlichen Institut II/P 33
1997–2009 Flensburg Nikolaikirche
Thumb
III/P + IV/P 42 + 62 Orgel der Nikolaikirche (Flensburg)
2010 Bratislava Martinsdom, Elisabeth-Orgel
Thumb
IV/P 69 Soll in einer zweiten Bauphase um ein Fernwerk mit 16 Registern erweitert werden[7]
2011 St. Pölten Kirchenmusikkonservatorium
Thumb
III/P 38 Orgel
2012 Frankfurt-Bergen-Enkheim Laurentiuskirche
Thumb
II/P 23 zudem zahlreiche Transmissionen und Extensionen[8]Orgel
2012 Piteå Studio acusticum Konserthus IV/P 91 zudem 35 Transmissionen und 68 Extensionen
seit 2012 München St. Matthäus Thumb IV/P 91 (103) Restaurierung und Erweiterung der Steinmeyer-Orgel von 1955 (IV/65)[9]Orgel
2015 Vechta Klosterkirche Thumb II/P 51 einschließlich 3 Extensionen
2015 Neuried (bei München) St. Nikolaus
Thumb
II/P 36
2017 Mülheim (Köln) Friedenskirche
Thumb
II/P 36 [10]
2018 Füllinsdorf Dreikönig II/P 10 Restaurierung der Zimmermann-Orgel von 1906 → Orgel
2018–2020 Schlüchtern Kirchenmusikakademie
Thumb
II/P 16 Orgel
2021–2022 Berlin-Falkenhagener Feld Jeremia-Kirche II/P 16 zwei Schwellwerke mit einem Vorabzug, 7 Manual-Extensionen und Pedal-Transmissionen zu allen Manual-Registern
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Literatur

Commons: Gerald Woehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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